Eishockey Der physische Faktor

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Raufbold, Rüpel, Goalgetter: An Steve Pinizzotto scheiden sich die Geister. Gegen die Eisbären Berlin schoss er ein Tor mit Signalwirkung.

Von Johannes Schnitzler

An Steve Pinizzotto scheiden sich die Geister. Für die einen ist er ein ungehobelter Klotz, ein Provokateur und ein purpurrotes Tuch, spätestens seit er im Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga dem Mannheimer Matthias Plachta den Ellenbogen gegen den Kopf rammte und sich danach noch lustig über ihn machte. Für das Foul wurde der 33-Jährige von der Liga für fünf Spiele gesperrt und von vielen Fans - nicht nur aus Mannheim, auch aus München - als "Psycho" bezeichnet. Für die anderen ist der Deutschkanadier ein guter, vielleicht sogar ein sehr guter Spieler, der vielleicht ein kleines bisschen zu oft dem Affen Zucker gibt. Ob man den Außenstürmer des EHC Red Bull München mag oder nicht: Er ist ein Faktor. Das war am Sonntag im zweiten Finale bei den Eisbären Berlin zu sehen. Nach der Münchner Führung und dem Ausgleich nur 82 Sekunden später schoss Pinizzotto das 2:1 für den Titelverteidiger. Es war nicht der entscheidende Treffer. Aber einer mit Signalwirkung: Er zeigte, dass München mit Pinizzotto noch schwerer zu schlagen sein wird. Der Meister gewann 5:4 und glich nach der 3:4-Heimniederlage vom Freitag in der Best-of-7-Serie aus. "Er ist physisch stark, sein Einfluss war groß heute", sagte Trainer Don Jackson. Pinizzotto sagt: "Ich bin keiner, der mittendrin aufhört. Wir sind da, wo wir sein wollen." Am Mittwoch (19.30 Uhr, Sport1) geht es in München weiter, Spiel drei ist ausverkauft.