Bezirksliga-Serie "Süd Ost Nord" Pluspunkt Vereinstreue

Der Spielmacher: Timo Aumayers Ausfall schwächte Ottobrunns Team.

(Foto: Schunk)

Der TSV Ottobrunn setzt auf ein gut harmonierendes Ensemble

Mit dem Aufstieg werden sie wohl eher nichts mehr zu tun haben, die Fußballer des TSV Ottobrunn. Sieben Punkte liegt der ehemalige Landesligist als Fünfter der Bezirksliga Ost hinter Relegationsplatz zwei. Und ist damit immerhin das beste Team aus dem Einzugsgebiet der Landeshauptstadt, während um die Meisterschaft ganz vorne Mannschaften aus eher ländlichen Regionen kämpfen: der ESV Freilassing, TSV Ampfing, TSV Kastl und der SV-DJK Kolbermoor.

In Ottobrunn bleiben sie gelassen, was ein mögliches Eingreifen in den Aufstiegskampf angeht: "Der zweite Platz mag vielleicht bei den Jungs in der Kabine noch ein Thema sein", sagt Semir Cerovac, der Teammanager der Ottobrunner. Dennoch müsse man realistisch bleiben: "Was die Infrastruktur, aber auch den Kader angeht, sind wir meilenweit etwa von Ampfing entfernt. Wenn ich das Geld von denen hätte, wäre ich schon in der Bayernliga."

Für Zurückhaltung ist Cerovac nicht bekannt. Im Frühjahr 2014 hatte er den Posten des Sportlichen Leiters nach sieben Jahren aus persönlichen Gründen abgegeben, doch schon bald kehrte er zum TSV zurück, jetzt also als Teammanager, aber immer noch nah dran an den entscheidenden Weichenstellungen im Verein. Und die fanden im Sommer spät statt. "Die Mannschaft hat sich erst gegen Ende der Vorbereitung so richtig formiert, deshalb war unser Saisonstart auch nicht optimal", sagt Cerovac.

Prompt fiel das Team von Trainer Tarkan Kotacepe, der mittlerweile seine dritte Bezirksligasaison beim TSV absolviert, nach zwei Siegen zum Auftakt in ein tiefes Loch: Von den folgenden fünf Partien gingen vier verloren. "Wir hatten aber auch heftiges Verletzungspech", sagt der Teammanager und verweist auf die langfristigen Ausfälle von Andreas Huber senior (Schlüsselbeinbruch), Zugang Angelo Carillo (Adduktoren) und Spielmacher Timo Aumayer (Außenbandanriss). Da mussten andere in die Bresche springen, etwa Verteidiger Christian Pritzel, der vom Reservespieler (Kreisklasse) zum Stammspieler in der Bezirksliga gereift ist. "Für mich die Überraschung der Saison", sagt Cerovac, der aber auch Mittelfeldspieler Marius Schwer und Niklas Jenke heraushebt.

Für sie alle gilt: Sie sind dem Verein seit der Jugend treu, im aktuellen 23-Mann-Kader stehen 15 Ottobrunner Eigengewächse. "Das ist unsere Philosophie, diese Richtung haben wir vor einigen Jahren eingeschlagen und jetzt sehen wir, dass es richtig war", sagt Cerovac. Kurios genug, dass Kicker wie Huber senior, 26, oder Verteidiger Florian Müller, 28, zuletzt für ihre mehr als 20-jährige Mitgliedschaft im Verein geehrt wurden. "Das ist für aktuelle Spieler der ersten Mannschaft eines Klubs keineswegs alltäglich", so Cerovac.