Es könnte so schön werden: Sportfans aus aller Welt versammeln sich während der Fußball-WM 2006 im Olympiapark, um ihre Teams auf einer Großleinwand anzufeuern. Doch nun bedrohen Sponsoren-Auflagen der Fifa das Sport-Fest.
Seit drei Jahrzehnten ist der Olympiapark der Treffpunkt der Sportwelt, und das soll auch so bleiben, trotz des neuen Fußball-Stadions im Münchner Norden.
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In der Arena, die der FC Bayern und der TSV 1860 in Fröttmaning bauen, sind sechs Spiele der Weltmeisterschaft 2006 angesetzt. Noch mehr Besucher werden, falls alles klappt, im Olympiagelände erwartet.
Dort möchte die Stadt im alten Stadion oder auf dem See eine Großleinwand errichten, auf der die Fans dann neben den Münchner Begegnungen auch die WM-Kicks aus den anderen Städten sehen könnten. In der Parklandschaft und deren Sportstätten ist ein umfangreiches Begleitprogramm geplant, mit "Spiel und Spaß". So lautet das Motto der Stadt.
Bei dem Großereignis geht es freilich auch um viel Geld, und da wiederum versteht der Fußball-Weltverband Fifa überhaupt keinen Spaß. Fifa-Präsident Sepp Blatter will die Sponsoren zur Schau stellen, die sich seine Organisation für die WM gesichert hat. Dazu gehören unter anderem eine amerikanische Brauerei und ein asiatischer Autokonzern.
Der Olympiapark wird aber von Münchner Unternehmen unterstützt, die beispielsweise Bier ausschenken oder sportliche Wagen verkaufen. Das passt nicht zusammen.
Über die Vorgaben der Fifa und deren Folgen informierte Münchens Wirtschaftsreferent Reinhard Wieczorek kürzlich eine von Bayerns Regierung eingerichtete Task Force. Die von Wirtschaftsminister Otto Wiesheu und Kultusministerin Monika Hohlmeier geleitete Spezialtruppe soll dafür sorgen, dass der Freistaat von der WM kräftig profitiert.
Doch Wieczorek berichtete von "großen Schwierigkeiten". Alle Aktivitäten der Stadt, die im Entferntesten mit dem Turnier zu tun hätten, bedürften der Billigung der Fifa. Und die verlange Exklusivität für ihre Sponsoren. TV-Übertragungen auf einer Großleinwand im Olympiapark in Zusammenarbeit mit den Partnern des Parks seien demnach nicht gestattet. Wieczorek sagte laut Protokoll, er müsse "das ursprüngliche Kooperationsangebot an die Task Force zurückziehen".
Der Münchner Wirtschaftsreferent bat um Verständnis und erklärte, die Stadt überlege, bei der WM eine "Fifa-freie Zone" einzurichten. Dort könnten sich dann Menschen und Unternehmen aus München "einbringen und wieder finden".
In der Praxis sähe das wohl so aus: Im Olympiapark gibt es eine kleine WM-Party mit den Fifa-Sponsoren, und direkt daneben große Sommerfeste, die zufällig auch mit Fußball zu haben, oder mit den Ländern, deren Nationalmannschaften in München spielen, aber bestimmt nichts mit der WM.
Im übrigen hofft die Stadt, wenigenstens bei den Brauereien möge es keine Probleme geben. Fifa-Sponsor Anheuser Busch hat viele Sorten, aber kein Weizen; und Partner des Olympiaparks ist Franziskaner Weißbier. So betrachtet, könnte ein Münchner Autokonzern Fahrzeuge in anderen Farben als ein konkurrierender Fifa-Partner präsentieren.
Solche Gedankenspiele helfen bei der Großleinwand nicht weiter. Wieczorek berichtete, die Fifa überlasse die TV-Bilder den Städten zwar kostenlos, verlange aber eine "exklusive Beteiligung" ihrer Sponsoren.
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