Die Sonderkommission "Kaltenbrunn" hat einen neuen Hinweis im Mordfall Luise Z.: Ein Reiter erinnert sich an einen verdächtigen Mann, der sein Gesicht zu verbergen suchte.
Im Fall der ermordeten Münchnerin Luise Z. verfolgt die Sonderkommission "Kaltenbrunn" eine neue Spur: Ein Reiter erinnert sich an eine Begegnung mit einem Mann im Egmatinger Forst, unweit des Tatortes, der trotz Grußes den Kopf wegdrehte und sein Gesicht zu verbergen suchte.
Mit diesem Phantombild fahndet die Polizei nach dem Verdächtigen. (© Foto: oh)
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Die Begegnung datiert auf den 7. Juni 2009, den Tag, an dem die 73-Jährige verschwand. Zwei Wochen später entdeckte ein Spaziergänger die Leiche der nackten Frau im Wald.
Rund 280 Hinweise sind bei der Sonderkommission mittlerweile eingegangen, darunter auch die Beobachtung des Reiters. Er erzählte, dass er an jenem Sonntag gegen 14.30 Uhr dem Mann im Wald begegnet sei und dieser ganz bewusst sein Gesicht weggedreht habe. Die Ermittler baten den Zeugen zusammen mit einem Experten zu einer so genannten kognitiven Vernehmung in den Wald. Dabei konnte er seine Erinnerung derart schärfen, dass ein Phantombild entstand.
Der Gesuchte ist etwa 50 Jahre alt, ungefähr 1,70 Meter groß und schmächtig. Zur Tatzeit hatte er glattes, dunkles Haar, das über die Stirn hing. Der Zeuge erinnert sich zudem an ein Wanderhemd, das der Verdächtige trug. Die Soko ist über Telefon (08122/968380) rund um die Uhr erreichbar.
Die Münchnerin Luise Z. wollte an jenem 7. Juni an einer Vereinswanderung teilnehmen. Sie wurde zuletzt gegen 12 Uhr auf dem Sammelparkplatz in Aying gesehen. Dann verliert sich ihre Spur. Die Polizei sucht deshalb noch immer Teilnehmer dieser Wanderung am Wochenende des 6. und 7. Juni, die eventuell auch Fotos oder Videoaufnahmen gemacht haben.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter Luise Z. gezielt als Opfer ausgewählt und erwürgt hat. Nach dem Angriff auf die Frau legte er ihre Leiche in der Nähe im Wald in einer Mulde ab - völlig nackt, was für ein Sexualdelikt spricht. Die Polizei fand außerdem Knöpfe, die wohl von der Jacke der Frau stammen. Möglich, dass der Täter ihr die Kleidung vom Leib riss.
Außerdem war er bemüht, keinerlei Spuren zu hinterlassen. Alle persönlichen Gegenstände der Frau sowie die Kleidung und der Rucksack fehlen. Lediglich die Sonnenbrille von Luise Z. blieb im Wald zurück. Die Polizei fand Brandspuren am Fundort der Leiche, "die darauf schließen lassen, dass der Täter versuchte, Spuren zu beseitigen", wie Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer sagt. Ob der Täter die Leiche anzuzünden wollte oder ihre Habseligkeiten, darüber schweigt sich Kammerer aus.
Unklar ist auch, ob der Mord in Zusammenhang mit der Vergewaltigung einer 63-jährigen Münchner Wanderin steht, die am 25. November 2006 am Leitenberg im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen an einen Baum gefesselt aufgefunden wurde. Sie überlebte die Tortur.
(SZ vom 07.11.2009/wim/sonn)
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