Die Münchner Badeseen sind erfreulich sauber. Selbst die Isar ist durch Abwasserdesinfektion inzwischen beinahe keimfrei - mit einem kleinen Restrisiko.
Ohne alle Sorgen kann man sich in die Fluten von Fasanerie See, Langwieder und Luss-See sowie in den Regattasee stürzen. Zu viele Bakterien wurden lediglich im Lerchenauer und Feldmochinger See entdeckt.
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"Baden uneingeschränkt empfohlen", "Baden noch möglich" oder "Baden eingeschränkt möglich" - so lauten die Klassifizierungen, die die Fachleute für Stadthygiene beim Referat für Gesundheit und Umwelt den Münchner Badeseen regelmäßig verpassen.
Alle zwei Wochen werden an den Badeseen Wasserproben entnommen und zur mikrobiologischen Untersuchung ans Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim weitergeleitet. Ist die "fäkale Gewässerbelastung durch Darmbakterien von Warmblütern" oder durch "Indikatorkeime für unspezifische Gewässerbelastung" zu groß, wird vom Baden vorsorglich abgeraten. Die Ergebnisse der Wasserproben kann man auf der Homepage der Stadt unter www.muenchen.de nachlesen.
Im Lerchenauer See wurden zuletzt an der Entnahmestelle Ost 210 "fäkalcoliforme Indikatorbakterien" pro 100 Milliliter Wasser sowie ebenso viele "gesamtcloforme Indikatorbakterien". An der Entnahmestelle Süd waren es immer noch 91 fäkalcoliforme und 230 gesamtcoliforme Bakterien. "Baden eingeschränkt möglich" lautet daher das Urteil der Hygiene-Experten.
Nicht ganz so schlimm sieht es beim Feldmochinger See aus. "Baden noch möglich" heißt es hier. Schlimmstes Ergebnis ist das von der Entnahmestelle Nord/Behindertenparkplatz mit 150 Indikatorbakterien beider Arten pro 100 Milliliter Wasser. An der Entnahmestelle Süd FKK wurden immer noch 91 Bakterien beider Arten pro 100 Milliliter Wasser gemessen.
In allen anderen Seen dagegen überwiegen Werte von weniger als 30, mit wenigen Ausnahmen an einigen Entnahmestellen mit 91, die jedoch das Gesamturteil "Baden uneingeschränkt empfohlen" nicht abmindern können. "Baden unproblematisch" heißt es auch für den zur Gemeinde Unterföhring gehörenden Feringasee, wie Florian Kissing, Arzt im Landratsamt München, versichert.
So wurden am Ostufer jeweils 36 E-coli und Gesamtcloibakterien pro 100 Milliliter Wasser gemessen, am Südufer weniger als 30, nur am Westufer waren es 91 E-coli und 230 Gesamtcolibakterien. Alles in allem jedoch kein Grund, sich hier nicht abzukühlen.
Seit in den Klärwerken UV-Desinfektionsanlagen in Betrieb genommen worden sind, hat sich auch die Wassserqualität der Isar dramatisch verbessert. Die Leitwerte der EG-Badegewässer-Richtlinie werden mittlerweile wesentlich häufiger eingehalten als zuvor, das Risiko von Infektionen in der Isar ist demnach wesentlich niedriger geworden.
Allerdings bleibt, so warnen die Hygiene-Fachleute auf der Homepage der Stadt, ein "Restrisiko". Bei entsprechenden klimatischen Verhältnissen, etwa starkem Regen im Oberlauf der Isar, könne es doch noch zu einer erhöhten Belastung kommen. "Deshalb müssen sich die Badenden bewusst sein, dass sie eine gewisse Selbstverantwortung zu übernehmen haben."
Gefährdete Personen sollten auch beim Baden im Lerchenauer See vorsichtig sein, wird gewarnt. Das Referat für Gesundheit und Umwelt rät hier zum Beispiel Kindern vom Schwimmen ab, weil sie beim Baden oft mehr Wasser schlucken als Erwachsene.
Völlig ohne den Segen der Stadt muss auskommen, wer in der Würm baden will. Denn dies ist durch die Bade- und Bootsverordnung seit 1976 verboten. Langfristig soll man aber auch dort wieder schwimmen können. Rechtzeitig zur Bundesgartenschau 2005, so wünschen es sich unter anderem Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne), Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) und die "Agenda 21-Gruppe München West", soll die Würm ein exklusiver Bade- und Erholungsort werden.
Kneippanlagen, renaturierte Wasserlandschaften und Schlammspielplätze für Kinder schweben den Planern vor. Ob sich all das jedoch verwirklichen lässt, ist noch unklar. Denn das Ufer ist fast überall so verbaut, dass eine Renaturierung schwierig werden wird. Doch schon jetzt wird die Würm von vielen Münchnern zum Baden genutzt. Allerdings auf eigene Gefahr.
Bundespräsident Gauck in Jerusalem
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