Damit das Seil Eva Gilch beim Auf- und Abspringen hält, hat sie die Slackline mit einer Ratsche festgezogen. Zwischen Seil und Baum klemmt eine Art Teppich - eine Vorkehrung, um die Rinde vor zu starken Belastungen zu schützen.
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Das geht Naturschützern nicht weit genug. In Köln, Stuttgart und Karlsruhe ist das Seiltanzen inzwischen verboten, in Freiburg berät die Stadtverwaltung noch, wie man mit der neuen Sportart umgehen will. Die Begründung für ein Verbot ist überall die gleiche: Zu groß und irreparabel seien die Schäden, die durch Quetschungen unter der Borke entstünden.
In München gibt es dagegen kein Verbot - noch nicht. Die Bayerische Schlösser und Seenverwaltung, die für den Englischen Garten zuständig ist, beklagt aber einen "massiven Anstieg" an Slacklinern. "Momentan gehen wir davon aus, dass das die Bäume schädigt", sagt Sprecher Björn Potthast. "Die Gurte quetschen der Rinde den Saft ab, was gerade bei jungen Bäumen zu verheerenden Schäden führen kann."
Um herauszufinden, welche Folgen die Trendsportart auf die Bäume hat, erfasse man diese nach und nach in einem digitalen Register. "Dort werden wir auch Rindenschäden dokumentieren", sagt Potthast. Zu einem gänzlichen Verbot konnte man sich bisher aber nicht durchringen: Slacklining wird geduldet, solange es an großen, unempfindlichen Bäumen praktiziert und eine Schutzunterlage verwendet wird.
Genau darauf setzt man auch beim Bayerischen Turnverband. "Wir verwenden beim Training immer einen Baumschutz", sagt Geschäftsführer Michael Ritter. Oft seien es besorgte Passanten, die bei der Stadt anriefen, um sich über vermeintliche Beschädigungen an Bäumen zu beschweren. Unberechtigt, meint der Sportfunktionär.
"Bei jedem Slacklining-Set wird inzwischen ein Baumschoner mitgeliefert. Da braucht man keine Angst mehr um die Bäume zu haben." Solche Sportler wünscht sich Björn Potthast von der Bayerischen Schlösserverwaltung auch: "Wenn Slacklining mit Vernunft betrieben wird, werden wir nur in Ausnahmefällen einschreiten." Verboten sei es aber nach wie vor, an gefährlichen Stellen zu üben.
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(SZ vom 06.04.2010/amm)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
Die neueste Antwort
Der Trend flaut sicher bald wieder ab und mit Baumschonern und an großen Bäumen sollte es kein Problem darstellen.
Die dickeren Bäume im englischen Garten haben schon ganz andere Zeiten überlebt :-)
Man sollte jede Sportart begrüßen, die keinen Lärm macht, in der Natur ausgebübt wird, keine Straßensperren erfordert und auch sonst niemanden belästigt.
Auf dem Dorf fahren viele Jugendliche lieber Moped oder Bahnhofsrunden mit dem Auto, DAS ist krank!
"Oft seien es besorgte Passanten, die bei der Stadt anriefen, um sich über vermeintliche Beschädigungen an Bäumen zu beschweren."
Jaja, die berüchtigen besorgten Passanten - alles, was man zum ersten Mal sieht, gerät erst mal unter Verdacht und wird den Berhörden gemeldet. Da ist keine Müh zuviel. Aber wahrscheinlich selbst mit dem Auto aus Nymphenburg in den Englischen Garten gefahren. Brave Bürger.
äh, das ganze hat mit Seiltanz soviel zu tun wie Fahrradfahren und Inlineskaten...
Es handelt sich um ein lockeres (slack) Gurtband (line) und nicht um ein hartgespanntes Seil wie beim Seiltanz...
Da haben Kinder ihren Spaß, sind an der frischen Luft und versuchen auch mit Baumschutz die Bäume zu erhalten, aber die Ökotalibans sind schon wieder was dagegen - ich fass es nicht.
Wenn wirklich ein paar Bäume Schaden nehmen, dann pflanzt halt neue. Und das kann auch ruhig ein wenig Steuern kosten, für durchgeknallte Jugendliche ist uns auch nichts zu teuer, warum nicht auch mal Jugendliche fördern, die ganz normal Sport machen.
...dass sämtliche neue Aktivitäten junger Menschen erstmal problematisiert werden.
Es muss doch ein Haar in der Suppe zu finden sein!
Irgendwann ist das Sitzen auf dem Rasen auch bedenklich, fürchte ich.
Paging