Die Probezeit ist vorbei: Der Skilift am Fröttmaninger Berg in München soll im Januar öffnen - zum zweiten und vielleicht schon letzten Mal.
Nach dem Probebetrieb im vergangenen Jahr soll der Skilift am Fröttmaninger Berg in München im Januar erneut öffnen. "Ab 1. Januar dürfen wir aufbauen, nach den Schulferien starten wir. Wenn es bis dahin zu warm wird, haben wir allerdings Pech gehabt", sagt Axel Müller, Vorsitzender des Münchner Skiverbandes und des Vereins "Fröttmaninger Skiarena".
Auch in diesem Jahr soll auf dem Müllberg in Fröttmaning wieder (© Foto: Rumpf)
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Zwei kalte Nächte mit höchstens minus zwei Grad Celsius sind nötig, um den Hang zu beschneien. Sechs Wochen darf der Lift in der Großstadt dann geöffnet sein; einen längeren Betrieb hat die Stadt München nach dem zweiwöchigen Testlauf im vergangenen Winter auch diesmal nicht genehmigt.
Müller hat deshalb "Bauchschmerzen" und kündigt an, das Projekt unter diesen Bedingungen in den nächsten Jahren nicht mehr fortzuführen. Durch die kurze Laufzeit ist das Vorhaben des Vereins, die Anlage bis hin zum Windrad auszudehnen, vorerst gescheitert. Probleme machte auch der geplante Bügelschlepplift, für den Betonfundamente verlegt werden müssten.
Dies wollte die Stadt nicht genehmigen, denn der Berg besteht aus teilweise giftigem Müll. Ab 1954 wurde dort der Abfall aus der Zeit des Wirtschaftswunders deponiert. In den 60er Jahren entstand auf dem Gipfel des Müllbergs der so genannte "Giftsee", in dem Chemikalien entsorgt wurden. 1973 wurde mit einer Teilrenaturierung begonnen, in den 80er Jahren wurde der Berg komplett begrünt und die Deponie geschlossen. Sie wurde abgedichtet und wird seitdem permanent kontrolliert. Die Giftstoffe sind aber noch vorhanden, Beschädigungen der Oberfläche müssen daher aus Sicht der Stadt langwierig geprüft und genehmigt werden.
50.000 Euro Minus
Zumindest dürfen die Veranstalter die Stammstrecke am Nordhang mit einem Seillift von 147 Metern Länge in der Talsohle um zehn bis 15 Höhenmeter erweitern, zudem wird ein zweiter Seillift mit 74 Metern Länge am Westhang installiert. Zehn Euro kosten zwei Stunden für Erwachsene, acht Euro für Kinder. Die 100000 Euro für Aufbau und Betrieb der Anlage stellt Investor Markus Schröcksnadel, Geschäftsführer mehrerer Skigebiete der Gesellschaft Vereinigte Bergbahnen: "Ich hoffe, die Anlage wird dauerhaft, dann kommt das Geld zurück."
Diese Aussicht sieht Müller akut gefährdet. "Wir können das nur wiederholen, wenn wir eine längere Genehmigung bekommen. Für sechs Wochen kann man das auf Dauer nicht machen", sagt Müller, "so kann man keine schwarzen Zahlen schreiben." Für diesen Winter rechnet er mit einem Minus von rund 50000 Euro. "Das ist der Betrag, den alleine die Miete der Beschneiungsanlage kostet", berichtet Müller. Sie würde allerdings im Falle eines Kaufs der Anlage durch den Verein "Fröttmaninger Skiarena" auf den Kaufpreis angerechnet.
Im vergangenen Jahr hatte die Firma die Anlage noch kostenlos für den Probebetrieb zur Verfügung gestellt. "Aber aus ihrer Sicht ist die Probezeit vorbei", sagt Müller. Aus Sicht der Organisatoren auch - nur die Stadt sieht das nach wie vor anders. Und zuletzt hatte Müller auch noch mit einer anderen Anfrage zu tun.
Die Autobahn 9, die direkt am Fröttmaninger Berg liegt, muss während der künstlichen Beschneiung speziell vor Reifbildung geschützt werden. "Man hat versucht, diese Kosten auf uns abzuwälzen. Aber die Sache hat sich erledigt", sagt Müller. "Wir haben mitgeteilt, dass wir das auf keinen Fall tragen können, und haben seitdem nichts mehr gehört."
Dabei hätte das Projekt gute Aussichten auf Erfolg, sofern die bürokratischen Hürden genommen werden. Im vergangenen Jahr waren in zwei Wochen 2000 Besucher gekommen, Müller war "zufrieden". Aber die Planer brauchen Sicherheit. "Wir müssen auf eine Lösung drängen, die über mehrere Jahre hinweg einen dauerhaften Betrieb sichert", sagt Müller. Sonst wäre das lange geplante Projekt nach zwei Wintern schon gescheitert.
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(SZ vom 30.12.2008)
Studie zur Beliebtheit der Deutschen
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Was soll uns dieser Artikel sagen? Ich sehe, daß da irgendwelche Leute ein kaufmännisches Risiko eingegangen sind und nun jammern, daß unter den vorher bekannt gewesenen Bedingungen kein Return of Investment zu erreichen ist.