Ski-Weltcup in München Weiße Voraussicht

12.000 Kubikmeter Schnee sind schon angehäuft: Das Weltcup-Rennen auf dem Olympiaberg kann am 1. Januar stattfinden - auch bei milderen Temperaturen. Felix Neureuther erwartet auf der kurzen Piste eine Nervenschlacht.

Von Ralf Tögel

Auch wenn es momentan schwer vorstellbar erscheint: Der Weltcup-Slalom auf dem Münchner Olympiaberg wird aller Voraussicht nach stattfinden. Frank Seipp, Organisationschef der Olympiapark GmbH, konnte sich sogar ein kleines Scherzchen erlauben: "Wenn keiner den Schnee klaut, dann sollte eigentlich nichts schiefgehen."

Dann wird sich am 1. Januar die Slalom-Weltelite mitten in München um wichtige Weltcup-Punkte streiten. Denn anders als bei der Premiere vor zwei Jahren, zu der 25 000 Zuschauer kamen, wird der internationale Skiverband Fis in diesem Jahr Punkte für den Gesamtweltcup und für die Spezialwertung im Slalom vergeben. Das soll sicherstellen, dass bei dem Parallel-Slalom die aktuell besten Starter dabei sein werden: Die ersten Zwölf der Slalomweltrangliste sowie die ersten vier der Gesamtwertung sind qualifiziert, aus deutscher Sicht stehen Maria Höfl-Riesch bei den Frauen sowie Felix Neureuther und Fritz Dopfer bereits fest. Seipp hofft, dass auch Lena Dürr noch dazukommt, für die Germeringerin wäre es ein Heimspiel.

Die Strecke wird geringfügig modifiziert, sie wird weiter in den bereits abgelassenen Olympiasee reichen. Das bedeutet zwei zusätzliche Tore und Laufzeiten von "etwas über 20 Sekunden", so Seipp. Im vergangenen Jahr musste das Rennen aufgrund des anhaltend warmen Wetters kurzfristig abgesagt werden, daraus haben die Verantwortlichen gelernt.

Die Kapazität der Schneekanonen wurde verdoppelt, weshalb schon "40 Stunden Beschneiung" so Seipp, für eine Weltcup-taugliche Piste ausreichen würden. Das ist beim Wintereinbruch vor zwei Wochen passiert, im ansonsten weitgehend grünen Park ist der Olympiaberg von einer dicken Schneeschicht überzogen. Etwa 12 000 Kubikmeter Schnee, so sagt Seipp, die teilweise in großen bis zu fünf Meter hohen Haufen bereitliegen, warten darauf, zu einer Weltcupstrecke präpariert zu werden. Von riesigen weißen Planen geschützt, muss das kostbare, gefrorene Gut nun noch bis zur nächsten Woche überdauern.

3500 Tickets verkauft

Das sei der Unterschied zum vergangenen Jahr, erklärt der Organisationschef. Damals mussten die Verantwortlichen auf geeignetes Wetter warten, um den Schnee zu produzieren. Der ist jetzt bereits in ausreichender Menge vorhanden, es müsste schon "acht Tage Föhn mit Temperaturen um 16 Grad haben", so Seipp, "damit das Rennen nicht stattfinden kann." Zwar würden sich die Wetterprognosen im Sechs-Stunden-Takt ändern, so etwas aber sei nicht zu erwarten.

Der Zeitplan sieht vor, dass Seipp mit seinem Team am "27. oder 28. Dezember" beginnt, die Strecke zu bauen: "Meine Leute stehen alle auf Abruf bereit." Eine erste Inspektion der Fis am Montag sei ebenfalls positiv ausgefallen.

Wie Olympiapark-Geschäftsführer Ralph Huber mitteilte, sind derzeit 3500 Tickets verkauft, er sei aber zuversichtlich, auf eine ähnliche Zahl wie vor zwei Jahren zu kommen. Huber prognostiziert dem Olympiapark aufgrund zahlreicher Konzerte ("so viele wie noch nie") und vieler Sportveranstaltungen, unter anderem finden Ende Juni die X-Games statt, dass 2013 das "beste Jahr bisher" werde. Der Weltcup-Slalom zum frühestmöglichen Zeitpunkt sei der ideale Einstieg.

Auch der bestmögliche deutsche Werbeträger für diese Veranstaltung war gekommen: Felix Neureuther. Der 28-Jährige hatte im Slalom von Madonna di Campiglio als Zweiter unterstrichen, dass er ein Sieganwärter für München ist: "Solche Rennen sind extrem positiv für den ganzen Weltcup", so Neureuther, der auch die sportliche Herausforderung unterstrich: "Parallel-Slalom ist eine Nervenschlacht, auf der kurzen Strecke muss man extrem attackieren." Dann machte auch Neureuther noch ein Scherzchen: "Einen Rodelhang für Kinder würde ich das nicht nennen."