Von Dominik Hutter

EU-Kontrolleure decken dramatische Sicherheitsmängel am Münchner Flughafen auf und können in mehreren Fällen Waffen und Sprengsätze durch die Kontrollen schleusen.

Kontrolleure der EU-Kommission haben bei unangekündigten Inspektionen erhebliche Sicherheitsmängel am Münchner Flughafen aufgedeckt.

Anzeige

Details wollte Brüssel zwar am Freitag nicht bekannt geben - nach SZ-Informationen ist es den Testern aber geglückt, mehrfach verbotene Gegenstände wie Messer, Schusswaffen und sogar selbst gebaute Sprengsätze durch Personal-Sicherheitsschleusen zu schmuggeln.

Betroffen waren ausschließlich Bereiche, in denen Luftfahrtgesellschaften selbst für die Kontrolle ihrer Mitarbeiter zuständig sind. Lufthansa, LTU und Air Berlin/dba haben ihren zuständigen Sicherheitsfirmen bereits gekündigt.

An europäischen Flughäfen müssen bereits seit einiger Zeit auch die Angestellten penible Kontrollen über sich ergehen lassen, bevor sie den Sicherheitsbereich betreten dürfen.

Zuständig dafür ist in München überwiegend die Flughafengesellschaft selbst. Es gibt aber auch einige Bereiche, etwa die Wartungshallen, in denen diese Verantwortung den Airlines übertragen wurde. Eben dort haben die EU-Emissäre nun Sicherheitslücken entdeckt und dem Bundesverkehrsministerium gemeldet.

Die Vorfälle sind deshalb so gravierend, weil Brüssel auf allen europäischen Flughäfen dieselben Sicherheitsstandards erwartet - wird das Problem nicht beseitigt, müssten sich aus München anfliegende Passagiere an anderen EU-Airports zusätzlichen Kontrollen unterziehen, bevor sie das Terminal betreten dürfen.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 3 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Mit Waffen und Sprengsatz durch die Schleusen
  2. Mit Waffen und Sprengsatz durch die Schleusen
  3. Mit Waffen und Sprengsatz durch die Schleusen
Leser empfehlen