Laut, bunt, schrill - in München gibt es an Silvester regelrechte Böller-Hotspots. Doch wo ist es am schönsten? Vier SZ-Redakteure schildern ihre Erlebnisse.
Laut, bunt, schrill - in München gibt es an Silvester regelrechte Böller-Hotspots. Doch wo ist es am schönsten? Vier SZ-Redakteure schildern ihre Erlebnisse.
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Reichenbachbrücke, Königsplatz, Friedensengel und Bavaria - das sind die Top-Spots für Hobby-Pyromanen an Silvester. (© Foto: ddp)
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Reichenbachbrücke
Die Kanonade von Valmy war ein eher unbedeutendes Gefecht in den Koalitionskriegen vor der Französischen Revolution. Dennoch treffen sich jedes Jahr Tausende zu Silvester auf den Isarbrücken, um das Geballer nachzustellen: Ein Stunde vor Mitternacht schon jagen die ersten Hobby-Pyromanen ihre Heuler in die Luft, und wenn dann der Jahreswechsel naht, gibt's kein Halten mehr - Pulverdampf liegt in der Luft, jeder Feinstaub-Phobiker würde sich auf der Stelle entleiben.
Und weil's grad so lustig ist, finden manche Scherzbolde, man könne auch mal eine Rakete waagrecht über die Brücke jagen. Das ist für den Rest der Leute zwar lebensgefährlich, aber merkwürdigerweise passiert relativ wenig. Wenn das Feuerwerk dann verschossen ist, wenn der Dampf den Flaucher hinauf- oder in Richtung Deutsches Museum hinabzieht, steht die Masse am Reichenbach-Kiosk an: Nach der Schlacht hat ein Mann ein Bier verdient.
Königsplatz
Für die Maxvorstädter gibt es in der Silvesternacht nur ein Ziel, und das heißt Königsplatz. Bereits ab 23 Uhr strömen die Bewohner aus dem Viertel dick eingepackt und mit allerhand Flaschen bewaffnet auf den Platz zwischen Propyläen, Glyptothek und Antikensammlung. Gerade rechtzeitig, um die Böller, Kracher und Raketen in Stellung zu bringen.
Schussrichtung der Geschütze ist immer die Mitte des Platzes, also die Brienner Straße. Das hat zwangsläufig zur Folge, dass die Böllerei stets in eine Art gegenseitiges Bekriegen ausartet. Alles nur im Scherz, versteht sich, wobei man sich vor allzu betrunkenen Schützen schon in Acht nehmen sollte. Punkt Mitternacht liegen sich dann die Maxvorstädter in den Armen und lassen die Sektflaschen kreisen. So umkompliziert hat man sich noch nie mit völlig Fremden angefreundet. Und eines ist sicher: Eine schönere Kulisse für den Start ins neue Jahr gibt es in ganz München nicht.
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