Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) lässt sämtliche U-Bahn-Züge mit einer neuen Sicherheitstechnik für Türen ausstatten.
60 Mitarbeiter seien mit dem fünf Millionen Euro teuren Umbau noch bis Anfang 2005 beschäftigt, berichtet Betriebsleiter Günther Pedall. Der Unglückszug vom Innsbrucker Ring sei noch nicht nachgerüstet gewesen. Doch auch das neue, sensiblere System wird Unfälle dieser Art nicht verhindern können. Mit Gewalt lassen sich die Türen auch weiterhin öffnen.
Anzeige
Eine mechanische Türverriegelung kommt für die MVG nicht in Frage. "Das wäre im Brandfall der Horror", so Pedall. Er verwies auf das Unglück von Südkorea im vorigen Jahr. 100 Menschen verbrannten hinter fest verschlossenen Waggontüren.
Das bisherige Sicherheitssystem beinhaltet eine Wegfahrsperre, solange nicht alle Türen geschlossen sind. Automatisch gestoppt wird der fahrende Zug beim gewaltsamen Öffnen einer Tür - wozu ein Kraftaufwand von 25 bis 35 Kilogramm nötig ist - aber nicht. Ein Stoppen widerspräche laut MVG den gängigen Sicherheitsvorstellungen, wonach ein Halt im Tunnel unter allen Umständen vermieden werden soll. Dies sei "die gefährlichste Situation für Fahrgäste überhaupt".
Beim Öffnen einer Tür während der Fahrt sieht der Fahrer im Führerstand ein Signal. Für jede Zugseite leuchtet dann eine grüne Lampe auf. Ob es sich um einen Unfall oder lediglich um Unfug handelt, muss der Fahrer binnen Sekunden entscheiden - und damit auch, ober er den Zug stoppt. "Aber wir können nicht bei jedem Vorfall bremsen", sagt der Betriebsleiter, weil Manipulationen an Türen während der Fahrt häufig vorkämen.
Notbremsen gibt es in allen Waggons sowie je zwei an den Informationstafeln in den U-Bahnhöfen.
Kapitalabzug aus Südeuropa
Die neueste Antwort