Von C. Rost, S. Handel

Flugverbot, Einlass-Kontrollen und Verkehrssperren: Nach einer Terrordrohung von al-Qaida werden die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Wiesn verschärft.

Nach der Veröffentlichung eines weiteren Droh-Videos der Terrororganisation al-Qaida gegen Deutschland werden auch für das Oktoberfest verschärfte Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Nach einem Überflugverbot für Flugzeuge und Einlasskontrollen auf dem Festgelände werden die Sicherheitsbehörden nach SZ-Informationen auch den Verkehr aus der Umgebung des Festgeländes verbannen. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gibt an diesem Montag mit Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer bekannt, dass um die Theresienwiese herum ein Sicherheitskorridor eingerichtet wird.

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Verstärkte Polizeipräsenz: Rund um das Festgelände in der Münchner Innenstadt soll ein Sicherheitskorridor eingerichtet werden. (© Foto: dpa)

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Für die verbleibende Wiesnzeit bis zum 4. Oktober sollen Fahrzeuge offenbar nicht mehr ohne scharfe Kontrollen auf das Festgelände vorgelassen werden oder im Umfeld parken dürfen. Möglicherweise werden der Bavariaring und die Theresienhöhe für den Verkehr gesperrt. Ein Ministeriumssprecher sprach von einer "höchst sensiblen Lage". Auch ist die Zahl der Sicherheitskräfte von ursprünglich rund 300 Polizeibeamten bereits deutlich aufgestockt worden.

In dem Internet-Video droht al-Qaida der Bundesrepublik wegen des Einsatzes deutscher Soldaten in Afghanistan mit Vergeltung. Dazu wurden Fotos vom Brandenburger Tor, dem Hauptbahnhof in Hamburg, dem Kölner Dom, der Frankfurter Skyline und auch vom Oktoberfest eingeblendet. Wegen der verschärften Sicherheitslage gilt seit dem Wochenende bereits ein striktes Flugverbot über der Theresienwiese. Wie das bayerische Innenministerium mitteilte, hat das Bundesverkehrsministerium noch am Wochenende eine Flugverbotszone über der Wiesn angeordnet. "Dies erscheint uns aufgrund der aktuellen Sicherheitslage für geboten", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der diese Maßnahme beantragt hatte.

Mehr Polizeipräsenz

Dem Flugverbot ging ein für viele Menschen beängstigender Vorfall am vergangenen Donnerstag voraus: Ein tief über der Festwiese fliegendes Werbeflugzeug hatte für Aufregung bei Besuchern gesorgt. Zahlreiche Menschen riefen bei der Polizei an, einige Mitarbeiter in einem nahegelegenen Bürohaus verließen laut Polizei aus Angst sogar überstürzt ihre Arbeitsplätze.

Das Flugverbot gilt bis zum Ende des Oktoberfestes. Direkte Bedrohungen für das größte Volksfest der Welt sehen die Behörden allerdings nicht. Sie betonen, es werde lediglich das Sicherheitskonzept für die Wiesn "fortgeschrieben". Dennoch verstärkte die Polizei ihre Präsenz, besonders an den Eingängen zur Festwiese. Dort standen am Sonntagmorgen Polizeibusse, Beamte kontrollierten Besucher und durchsuchten Taschen und Rucksäcke. Auch dies sei eine Folge der Terrordrohungen, so ein Polizeisprecher. Verstärkt wurde auch die Videoüberwachung. An einem Gerücht, wonach angeblich eine Bombendrohung eingegangen sei, sei aber nichts dran, so die Polizei.

Die Besucherzahlen für das Oktoberfest präsentierte Tourismusamts-Chefin Gabriele Weishäupl bei der Halbzeit-Pressekonferenz am Sonntag: Demnach ist die Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.3,3 Millionen Festgäste kamen an den ersten acht Tagen. Das sind 100000 mehr als im vergangenen Jahr. Dennoch, so der subjektive Eindruck vieler Besucher, von Gabriele Weishäupl und von Oberbürgermeister Christian Ude, feiere München und die Welt wahlweise eine "entspannte", "goldene" oder "erfreuliche" Wiesn. Der Grund dafür, so meint die Wiesn-Chefin, sei im freundlichen Wetter zu finden. Die Wirte konnten ihre Biergärten fast durchgehend geöffnet halten, so dass der Druck auf die Zelte nicht so groß war wie im vergangenen Jahr, als es um diese Jahreszeit schon deutlich kühler war.

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