Sicherheitskonferenz Was nicht rund geht in der Stadt

Wer demonstriert?

Bislang wurden beim Kreisverwaltungsreferat 15 Kundgebungen angemeldet. Den Auftakt macht bereits am Mittwoch das Aktionsbündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz um 13 Uhr mit einer "Panzerknacker-Aktion" vom Fischbrunnen zum Bayerischen Hof. Die Aktivisten um Claus Schreer werden auch den Samstag dominieren, wenn sie von 13 Uhr an (Stachus) bis 17 Uhr (Ende der Kundgebung am Marienplatz) den Bayerischen Hof symbolisch umzingeln.

Zum Demonstrationszug werden mindestens 4000 Teilnehmer erwartet, zur gleichzeitigen Menschenkette durch die Fußgängerzone 600. Sie wollen "gegen Kriegspropaganda und Kriegsvorbereitung, gegen Aufrüstung und Rüstungsexporte, gegen Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus und Anti-Islam-Hetze" protestieren.

Bis zu 4000 Polizeibeamte sollen die Münchner Sicherheitskonferenz schützen.

(Foto: dpa)

Sie warnen deshalb auch vor einer weiteren Veranstaltung, die kurz zuvor am Rindermarkt beginnt und zu der eine "Friedensbewegung bundesweite Koordination" aufruft. Dahinter verbirgt sich ein Berliner, der im extrem linken Gewand rechte Parolen verbreitet. Zu seinen Unterstützern gehören die frühere Dresdner Pegida-Chefin Kathrin Oertel, die vergangenes Jahr bei der Gegendemo einen Platzverweis erhalten hatte, sowie Anhänger von NPD, AfD und sogenannte "Reichsbürger". Am Freitag um 19 Uhr ruft die Auslandsorganisation der US-Demokraten am Friedensengel zur "Verteidigung der Verfassung" auf.

Was geht nicht?

Autofahren auf dem Promenadeplatz zum Beispiel ist von Freitag, 6 Uhr, bis Sonntag, 15 Uhr, verboten. Und auch Fußgänger, die in den mit Sperrgittern abgeriegelten Sicherheitsbereich wollen, werden kontrolliert. Die Polizei hat ihre Posten an den Zugängen verstärkt, zusätzliche Blumenkübel sollen verhindern, dass Fahrzeuge die Sperren durchbrechen können.

Es gibt rund um den Bayerischen Hof, vor anderen Hotels, auf den Konvoi-Routen und auf der Demostrecke zahlreiche Halteverbote. Die Polizei rät, Autos rechtzeitig umzuparken. Die Tram 19 wird von Freitag an umgeleitet. Die Sicherheitsmaßnahmen reichen von der Luft bis unter die Erde. Im Umkreis von 5,5 Kilometer rund um den Bayerischen Hof hat das Verkehrsministerium ein Flugbeschränkungsgebiet bis zu einer Höhe von 3000 Metern angeordnet. Dort sind alle Flüge einschließlich des Betriebs von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen untersagt, also auch Drohnen.

Bis Donnerstagabend will die Polizei rund 1100 Mülleimer, Stromverteilerkästen, Parkscheinautomaten und Kanaldeckel mit Spürhunden untersuchen und danach versiegeln. Ein Bürgertelefon der Polizei gibt unter 089/2910-1910 weitere Auskünfte rund um die Sicherheitskonferenz.

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