Mit viel Radiounterstützung ist Mundart-Sängerin Claudia Koreck auf dem Sprung zu Großem. Ihr Debüt "Fliang" wandelt auf den Spuren von Nicki und der Spider Murphy Gang - zumindest was den Erfolg angeht.
Ein einziges Mal entgleist Claudia Koreck während dieses einstündigen Gesprächs das Gesicht; da reißt sie die Augen auf und den Mund, als hätte sie gerade erfahren, dass Michael Jackson bei den Regensburger Domspatzen eingetreten ist.
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Dabei war die Frage eigentlich ganz harmlos: ob sie bei der Produktion ihrer CD, ihres Erstlings "Fliang", daran gedacht haben, sie und der Produzent Gunnar Graewert, wie man es denn am besten machen könnte, dass das Ding auch im Radio richtig gut läuft. Denn, ehrlich gesagt: Manchmal hört sich's ein bisschen so an. Claudia Koreck schaut auf diese Frage so, als würde ihr gerade ein unsittlicher Antrag gemacht. Sonntags. Im Dom.
Dabei ist ja nichts Verwerfliches dran, auf das Airplay zu achten, auf die Vorlieben der Sender. Und Claudia Koreck ist das beste, das aktuellste Beispiel dafür: Im Mai gewann der Titelsong der CD - die damals noch nicht einmal erschienen war - einen Newcomer-Wettbewerb auf Bayern3, seitdem ist die 21-jährige, in München lebende Traunsteinerin so etwas wie das Herzebopperl der Welle.
Zwei- bis dreimal pro Tag läuft "Fliang" dort, was zum einen erstaunlich ist: Denn Claudia Koreck singt auf bairisch, und das ist im quoten- und formatgetriebenen Rundfunk normalerweise nicht erste Wahl. Zum anderen zeigt es, wie wichtig es für einen Künstler ist, im Radio gespielt zu werden. Bei Koreck führte die Adoption auf Bayern3 dazu, dass ihr Album in der vergangenen Woche auf Platz 15 in die Charts einstieg; das ist seit gefühlt der Spider Murphy Gang und Nicki zum ersten Mal wieder, dass ein Mundart-Künstler das geschafft hat.
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Bundespräsident Gauck in Jerusalem
Die neueste Antwort
Da schliess ich mich sisi123 völlig an. Hat ein bisschen gedauert bis auch ich
(auf dem Land aufgewachsen und der bayerischen Mundart mächtig) erkannt habe,
welche Sprache die Gute singt.
Habe sie dann zufällig live als Vorgruppe zu Foreigner auf dem Tollwod gesehen und
war hin und weg.
Soviel Energie, Spass und Lebenslust pur und das noch dazu auf der Bühne mit
witzigen Texten (war das nochmal Cappucino oder Latte Macchiato?) hat mir
sehr imponiert. Da wird man auf seine alten Tage ja noch zum Groupie einer
Anfangzwanzigerin.
Respekt auch vo soviel Professionalität in dem trotzallem frühen Karrierestadion.
Viel Glück weiterhin.
(bin immer noch total begeistert)
Ich stutze auch erstmal, als ich den Song zum ersten Mal im Radio hörte. Es war ziemlich ungewöhnlich, aber nach wenigen Takten war dann schnell klar was da so neu war: "De singd ja boarisch!" - Klar hab ich auch auf nicht jedes Wort auf anhieb verstanden, aber das geht einem doch bei den meisten Liedern in den meisten Sprachen so, dass man, um wriklich jedes Wort zu verstehen, den Text erst mal nachlesen muss.
Claudia Koreck singt Bairisch, nicht Münchnerisch. Und sie setzt sich zum Glück auch vom ZDF-Südton (Marianne&Michael, Caroline Reiber, Rosenheim Cops) ab, der nicht Bairisch sondern lediglich ein Hochdeutsch mit bairischer Färbung ist.
Koreck singt echtes, sauberes Bairisch wie es im südlichen Oberbayern (exkl. München) gesprochen wird. Auch nicht besonders derb, da gibt es durchaus noch deutliche Steigerungen.
Es ist richtig schön, das hier eben mal jemand einfach auf Bairisch singt, ganz normal und gar nicht erst versucht den Dialekt zu verbiegen um möglichst in ganz Deutschland verstanden zu werden.
Als ich das erste Mal im Radio "Fliang" gehört habe, habe ich lange überlegt, was das für eine Sprache sein soll. Dann habe ich gelesen, Claudia Koreck singt bairisch. Aber auch mit diesem Wissen ist der Text kaum zu verstehen.
Um Missverständnissen vorzubeugen, ich bin ein bairischer "Native-Speaker" und ich habe auch nichts gegen Musik, die in bairischer Mundart vorgetragen wird, aber das ist schon eine harte Nuss. Vielleicht kann man das nächste Mal größeren Wert auf die Verständlichkeit der bairischen Texte legen.
Mehr habe ich aber auch nicht mehr zu kritisieren :-) ich wünsche Claudia Koreck viel Glück für Ihre Karriere.