Sexuelle Übergriffe auf dem Oktoberfest Ein zudringlicher Fußballer will Sex

In der Käferschenke geht es generell gesitteter zu als in anderen Zelten - doch selbst hier werden die Männer im Rausch zudringlich. Haben die andere Zelte geschlossen, feiert man im Käfer-Garten oft noch an der Schnapsbar weiter. Frauen lassen sich dann gerne mal ein Getränk ausgeben, doch es kann passieren, dass der Spender als Gegenleistung Zuneigung erwartet. "Mir hat ein bekannter Fußballer mal ein Gläschen Schampus spendiert", erzählt Monika (Name geändert). "Danach hat er seine Hand in mein Dekolleté gesteckt und mich aufgefordert, ihn nach Hause zu begleiten, um mit ihm Sex zu haben." Als Monika aufstand und ging, ist er ihr sogar noch nachgerannt bis zum Taxi. Dann fuhr sie nach Hause - alleine.

Aber nicht nur in den Zelten werden Frauen belästigt. Gefährlich ist auch der Rasen unter der Bavaria. Gerade Frauen, die einen über den Durst getrunken haben und sich dort ausnüchtern wollen, sind wehrlose Opfer. Besonders unangenehm ist die Zeit nach 23 Uhr, wenn es auf der Wiesn langsam leerer wird: Zwar sind dann insgesamt weniger betrunkene Männer unterwegs. Die können dafür schneller sehen, dass man ohne Begleitung und damit potentielle Beute ist.

Gleichzeitig ist es auf den Straßen zwischen den Zelten und Fahrgeschäften noch zu unübersichtlich, um selbst alle in Frage kommenden Grapscher im Blick zu halten. Im Stechschritt umkurvt man die lallenden Männer, folgt Gruppen von nüchternen Wiesnbesuchern oder bleibt in der Nähe der Polizeistreifen.

In der Wirtsbudenstraße ist in der Nacht mehr los, weil in den Zelten geputzt wird. Als Frau macht man sich das zunutze: Mit Blicken sucht man stets die nächste offene Tür, um sich zur Not hineinflüchten zu können. Auf den letzten Metern zum Taxi gibt es keine rettenden Zelte mehr, und gerade am Nordende der Theresienwiese sammeln sich die Betrunkenen. Wer da nicht mittendurch laufen möchte, dem bleibt nur der Umweg über den Südausgang am Riesenrad - die dunklen Wege hinter den Zelten und Fahrgeschäften sind keine Alternative.

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