Die 70-jährige Münchnerin Gunda Krauss will mit dem Fahrrad von München nach Rügen fahren. Mit uns sprach die Seniorin über ihre Motivation, Sport im Alter und Umweltbewusstsein.
Die 70-jährige Münchnerin Gunda Krauss will mit dem Fahrrad von München nach Rügen fahren. Los geht's am Freitag um 12 Uhr auf dem Marienplatz. Den Startschuss gibt der dritte Bürgermeister Hep Monatzeder, der Krauss auch noch ein Stück des Weges begleitet. Mit uns sprach die rüstige Seniorin über ihre Motivation, Sport im Alter und Umweltbewusstsein. .
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"Sauser" an Bord: Der Rauhaardackel von Gunda Krauss wird vor Regen und Sonne mit einem Schirmchen geschützt. (© Foto: oh)
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sueddeutsche.de: Mit dem Radl von München nach Rügen, für eine 70-Jährige gibt es aber wesentlich bequemere Arten zu reisen.
Gunda Krauss: Was heißt hier bequemer: Mir geht es um die Bewegung. Ich will zeigen, dass man auch im Alter noch sportlich sein kann. Außerdem will ich ja keinen Geschwindigkeitsrekord aufstellen. Ein weiterer Grund für die Radtour ist, dass ich auf aktiven Klimaschutz aufmerksam machen will.
sueddeutsche.de: Wie kamen Sie auf die Idee?
Krauss: Da ich wegen einer Hüftoperation körperlich eingeschränkt bin, habe ich mir ein Fahrrad mit drei Rädern, sozusagen ein Dreirad, gekauft. Damit halte ich mich fit. Daraus hat sich zusammen mit dem Münchner Verein "Green City" die Idee entwickelt, anderen Senioren zu zeigen, dass man auch im Alter und trotz Handicap noch sportlich sein kann. Mein Motto ist: Radeln in allen Lebenslagen.
sueddeutsche.de:Das Motto von Professor Martin Halle, der Sie bei diesem Projekt medizinisch betreut, ist: Je älter, desto aktiver. Stimmen Sie dem zu?
Krauss: Auf alle Fälle. Bewegung ist unglaublich wichtig, gerade für Ältere.
sueddeutsche.de: Waren Sie schon Ihr Leben lang so sportlich?
Krauss:Ja, schon von Kindesbeinen an. Mit meinem Bruder habe ich schon als Jugendliche Radtouren unternommen. Daher weiß ich, wie viel Spaß das macht.
sueddeutsche.de: Ihr Fahrrad hat einen Elektromotor zur Unterstützung. Müssen Sie da überhaupt noch treten?
Krauss: Freilich, den Motor kann man erst ab einer gewissen Geschwindigkeit dazu schalten, er funktioniert nur, wenn man in die Pedale tritt. Er macht mich einfach nur etwas schneller und hilft, Steigungen leichter zu überwinden.
sueddeutsche.de:Wieviele Kilometer wollen Sie jeden Tag zurücklegen?
Krauss: Mir geht es um die Entdeckung der Langsamkeit, das heißt, ich werde täglich nur etwa 30 bis 40 Kilometer fahren. Nach drei Tagen mache ich dann auch mal einen Tag Pause. Nach Rügen sind es 1000 Kilometer, die will ich in 50 Tagen schaffen. Das ist mein Ziel.
sueddeutsche.de: Begleitet Sie jemand auf der Fahrt?
Krauss:Nur mein Rauhaardackel "Sauser". Der sitzt vorne mit im Korb. Ich habe nur etwa 20 Kilogramm Gepäck dabei, die transportiere ich hinten auf dem Gepäckträger.
sueddeutsche.de: Ist Ihnen da nicht mulmig, so ganz alleine?
Krauss: Überhaupt nicht. Ich habe ein Navigationsgerät, damit ich stets den Weg finde. Außerdem ein Handy, mit dem ich immer mit Green City in Kontakt bleibe. Auf meiner Webseite www.gunda-unterwegs.de werde ich täglich mein Reisetagebuch veröffentlichen, dann weiß jeder, wo ich bin. Wer Lust hat, kann mich auf meiner Strecke übrigens gerne ein Stück des Weges begleiten. Anmelden dazu kann man sich auf der Homepage. Ich würd mich freuen.
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(sueddeutsche.de/cma)
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Na und? Ich fuhr 1961 als 16-jähriger mit dem Fahrrad von West-Berlin durch die DDR bis nach Lauenburg und dann bis zum Rhein. Mit 20 Mark in der Tasche. Keine S.Z. hat mich damals interviewt.
Meine Güte, was für ein "Klim Bim" um eine Fahrradtour.
Was ist daran so ungewöhnlich, für die Generation der "neuen Alten" sind 30-40 km Radfahren nun so besonders nun auch wieder nicht, wie ich im Bekanntenkreis meiner Eltern erfreut beobachten kann.
ich kann so etwas nur bewundern. wir sindd, hier in den niederlanden, mitglied eines vereins der sich "vrienden op de fiets" nennt. dieser bietet, fuer wanderer und fahrradfahrer preiswerte uebernachtungen in privathaushalten an. wir bieten in diesem system, nachdem wir selbst jahreland mit dem fahrrad unterweg waren, ein doppelzimmer an. wir haben ca. 60 bis 100 uebernachtungen per jahr und der groesste teil sind leute die pensioniert sind. was mir besonders auffaellt ist der anteil aelterer frauen. wir hatten z.b. eine frau von 72 die mit dem rad von bordeaux nach norwegen unterwegs war. eine andere war zu fuss von groningen nach santiago de compostella unterwegs. hut ab vor dem alter !!!!