Sendling Keine Lösung in Sicht

Sendlinger Montessori-Schule sucht weiter nach einem Grundstück

Von Birgit Lotze, Sendling

Niedergeschlagene Stimmung bei den Mitgliedern des Vereins Montessori für Sendling: In den Sommerferien wird das Schulgebäude an der Reutberger Straße 10 geschlossen, doch die Stadt kann nach wie vor keinen neuen Standort nennen. Noch in der Bürgerversammlung hatte Bernhard Schuder vom Referat für Bildung und Sport (RBS) angekündigt, dass die Schule eventuell auf ihrem Gelände noch zwei Jahre bleiben könne. Die Hoffnung habe sich nach einem Gespräch am Montag mit Vertretern des RBS und des Kommunalreferats zerschlagen, sagte eine Sprecherin des Vereins. Das Gebäude sei zu marode und gelte als nicht mehr verkehrssicher. Außerdem werde das Areal, ebenso wie das noch freie Nachbargrundstück, in zwei Jahren für eine Realschule mit Mensa und ein Kinderhaus benötigt.

Theoretisch könnte der Verein vorübergehend einen Pavillon auf das Nachbargrundstück stellen, doch auch dies ist nicht so einfach. Die Bürgerversammlung hatte den Antrag gestellt, diese Übergangslösung zu nutzen und danach die Schule auf dem Großmarktgelände unterzubringen. Dazu will das RBS offenbar eine Beschlussvorlage im Stadtrat einbringen - allerdings erst im Februar. Doch selbst wenn der Stadtrat sich dafür entscheiden würde, müsste zunächst eine Ausschreibung erfolgen, wurde dem Verein mitgeteilt. Eine solche Ausschreibung würde mehrere Monate dauern. "Kann es sein, dass die Traditionsschule nach über 40 Jahren sang- und klanglos geschlossen wird, nur weil die bürokratischen Windmühlen so langsam mahlen?" fragte die Vereinsvorsitzende Nicola Cardinal nach dem Gespräch.

Ende März müssten die Unterlagen bei der Regierung von Oberbayern eingereicht werden - auch zum Schulkonzept mit Baumaßnahmen und Baugenehmigung. Ein Pachtvertrag über zwei Jahre reiche dort nicht: Die Regierung verlange eine Mindestlaufzeit von drei Jahren. Die Gespräche mit der Stadt laufen seit mehr als zwei Jahren.