Seeed in München Freche Textzeilen

In bester Peter-Fox-Manier etwa kommt der Song "Seeeds Haus" daher. Da gibt es Textzeilen, da kann man sich das Grinsen einfach nicht verkneifen. "Bitte gehn Sie ausm Weg, ich hab nen dringenden Termin, komm im weißen Hermelin, bin Bürgermeister von Berlin." Oder: "Der Papst und Lady Gaga knutschen." Oder: "Wir sind Seeed, da gibts nix zu googeln."

Vorliebe für außergewöhnliche Schuhe: Peter Fox.

(Foto: dpa)

Auch zwei Peter-Fox-Songs, die aus der Solo-Karriere des Sängers stammen, geben Seeed zum besten: "Alles neu" und "Schwarz zu blau". Das Publikum dankt es der Truppe mit euphorischem Jubel. Zudem haben sie ein paar lustige Cover-Songs in Petto, etwa "Paper Planes" von M.I.A., das sie kurzer Hand umdichten in: "All I wanna see is - hands up - and shake your body".

Aber nicht nur der Sound, auch die Performance der Berliner stimmt. Die drei MCs tanzen synchron - und das richtig gut. Großartig schaffen sie es dabei, auch das Publikum zu animieren. Das Ganze gipfelt beim Konzert in München in einem Tanzwettbewerb, bei dem Peter Fox drei Frauen auf die Bühne holt, die etwas vortanzen sollen, um ein T-Shirt zu gewinnen. Es siegt eine etwas kräftigere Blondine, die eigentlich nichts anderes macht, als mit ihren Brüsten zu wackeln. Das mag arg sexistisch klingen, im Kontext des Abends lässt es sich auch als gelungene humoristische Einlage werten.

Neben den Krachern vom neuen Album wie "Augenbling" kommen natürlich vor allem die alten Hits wie "Ding" oder "Dickes B" gut an beim Münchner Publikum. So gut, dass sich die Band sogar zu zwei Zugaben hinreißen lässt. Am Ende ruft Peter Fox: "Trinkt nicht zu viel Weißbier, baut keinen Scheiß!"

Um im Berliner Seeed-Sprech zu bleiben: War ein schöner Abend gewesen. Die Show war groß, der Sound ein Genuss, die Tanzeinlagen wunderbar.