Schwanthalerhöhe Monster aus dem 3D-Drucker

Im Fabrication Laboratory an der Gollierstraße lassen sich die kühnsten Erfinderträume realisieren. Jetzt hat der Trägerverein die Nutzfläche der Hightech-Werkstatt von 120 auf knapp 400 Quadratmeter vergrößert

Von Sonja Niesmann, Schwanthalerhöhe

Leuchtet der Rücken des Hasen blau auf, ist eine Nachricht eingegangen. Drücken zu viele Nachrichten herein, blinkt die Nase des Hasen rot. Der an den PC gekoppelte Elektrohase ist ein Beispiel dafür, was sich Tüftler und Technikbegeisterte im FabLab so einfallen lassen. Künftig können noch viel mehr Erfinderträume - nützliche, witzige, bahnbrechende - Wirklichkeit werden. Von August an hat die offene Hightech-Werkstatt im Gewerbehof an der Gollierstraße dreimal so viel Platz zur Verfügung wie bisher, knapp 400 Quadratmeter statt 120.

Die Idee für FabLab - Abkürzung für Fabrication Laboratory - wurde 2002 am renommierten Massachusetts Institute of Technology in Boston geboren. Acht Jahre später gründeten Birgit und Andreas Kahler den gemeinnützigen Verein FabLab München. "Entmystifizierung neuester Technologien" haben sie sich auf die Fahne geschrieben, die Beschäftigung mit neuen Technologien bis hin zur Möglichkeit, mit einfachen Mitteln einen Prototyp herzustellen - also etwas, was eigentlich nur einem kleinen, hochkompetenten Expertenkreis vorbehalten war. Von Anfang an sollte das Labor zudem ein Ort zum Austausch mit Gleichgesinnten sein, zum Lernen und Lehren.

Unterschlupf fand man zunächst im Machwerk an der Neuhauser Schulstraße, dann an der Elvirastraße. 2014 zog die Werkstatt zum Selbermachen für (fast) alles um ins Westend. "Wenn sich aber 30 Schüler da drängten, wurde es arg eng, und unsere Mitglieder konnten kaum mehr arbeiten", sagt Birgit Kahler. Dass nun im Gewerbehof weitere Räume für die kreativen Bastler frei wurden, sei einfach Glück gewesen. Für die Arbeit mit den digitalen Produktionsmaschinen wie Lasercutter, 3D-Drucker und CNC-Fräse, mit Chips und Platinen, Lötkolben und Monitoren haben die etwa 300 Mitglieder des Vereins, darunter zunehmend Frauen, künftig also 250 Quadratmeter zur Verfügung - mehr Raum auch für neue Geräte. "Wir brauchen dringend einen zweiten Laserdrucker, außerdem einen Haufen 3D-Drucker und Laptops", findet Vorstandsmitglied Birgit Kahler.

Die bisherigen Räume werden zum offenen Bildungszentrum ausgebaut, das Angebot an Kursen (für Programmieren, Löten, Arbeiten mit dem Lasercutter, Textildesign und dergleichen) soll beträchtlich erweitert werden. Im FabLab-Programm finden sich auch zahlreiche Workshops für Kinder und Jugendliche. 324 Veranstaltungen mit rund 2800 Schülern, Kindern und Jugendlichen verzeichnet die Bilanz für das Jahr 2015, "und die Anfragen nehmen weiter zu", sagt Kahler. Aktuell im Programm etwa ist ein Kurs, in dem die jungen Teilnehmer Monster am Rechner modellieren und dann am 3D-Drucker als Objekt ausdrucken können - eine vergnügliche Art, sich an Schlüsseltechnologien der Zukunft heranzutasten.

Mit der Vergrößerung ist für den Verein natürlich die Miete beträchtlich gestiegen. "Aber mehr Platz bringt hoffentlich auch mehr Mitglieder", sagt Birgit Kahler zuversichtlich. Und natürlich sei man offen für Unterstützung aller Art.

Informationen zum Erwachsenen-Programm unter www.fablab-muenchen.de, für Kinderkurse und Angebote für Schulen unter www.fablabkids.de.