Schwabing Schmerzhafter Verlust

179 Bäume müssen dem Neubau der Schwabinger Klinik weichen

Das Votum zum Neubau der Schwabinger Kinderklinik samt Notfallzentrum und zur Sanierung des Hauses 24 fiel einstimmig aus. Lange hat der Bezirksausschuss Schwabing-West im Interesse der Münchner, die im Norden der Stadt wohnen, dafür gekämpft, die interdisziplinäre Versorgung von Erwachsenen in Schwabing behalten zu können. Nun sind die Lokalpolitiker froh, dass mit der jetzt vorgelegten Planung "ein Ausbluten des Schwabinger Krankenhauses durch das Verlegen weiterer Stationen nach Bogenhausen, Harlaching oder Perlach" verhindert werden könne.

Das Klinikum Schwabing, das ist erklärtes Ziel der Klinikleitung, soll auf rund 18 000 Quadratmetern Nutzfläche zu einem Zentrum der Spitzenmedizin werden. In Kooperation mit dem Klinikum rechts der Isar wird Patienten in Schwabing künftig auf fünf Stockwerken das komplette Spektrum der Kinder- und Jugendmedizin sowie der Frauenheilkunde und Geburtshilfe angeboten. Dazu gehören Stationen der Neonatologie, der Kinderonkologie und der pädiatrischen Intensivmedizin ebenso wie Abteilungen der Kinderorthopädie, der Kinderchirurgie und der Kinder- und Jugendpsychosomatik.

Das Notfallzentrum für Erwachsene hingegen soll im Erdgeschoss des Neubaus angesiedelt werden. Gerechnet wird mit einer mindestens vierjährigen Bauphase. Ein Aspekt der Planung allerdings löste bei den Stadtteilvertretern "Empörung" aus: die beantragte Fällung von 179 Bäumen. Zwar sollen etwa 90 wieder neu auf dem Klinikareal gepflanzt werden. Das jedoch reicht dem Gremium nicht. Die Bürgervertreter verlangen, die fehlenden 89 Bäume woanders im Viertel unterzubringen, etwa in der Belgradstraße.