Schwabing Das Tierische im Menschen

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Waldorfschüler zeigen das Stück "Reineke Fuchs" im Leo 17

Von Johannes Korsche, Schwabing

Zeitlos und aktuell sei "Reineke Fuchs" von Michael Bogdanov, finden die Schüler der zwölften Klasse der Schwabinger Waldorfschule. Deshalb wählten sie das Theaterstück, eine Adaption einer gleichnamigen Fabel von Johann Wolfgang von Goethe, für ihre Abschlussarbeit. "Es ist toll, dass sich diese Klasse an einen solchen Stoff getraut hat", sagt Bodo Bühling, der das Theaterprojekt als Lehrer betreut hat.

Die vergangenen sechs Wochen haben sich seine Schüler mit dem listigen Fuchs Reineke beschäftigt. Wie er lügt, stiehlt, betrügt und sogar mordet - und sich vor seiner rechtmäßigen Bestrafung durch den Löwenkönig Nobel ein ums andere Mal retten kann. Damit nicht genug, Nobel ernennt den Straftäter in der satirischen Schlusspointe sogar zum Kanzler. Der Grund dafür ist, dass es Reineke versteht, seine Ankläger klug zu manipulieren. "Diese Form der Manipulation ist sehr aktuell", sagt Bühling. Man müsse nur Länder wie Syrien anschauen, um zu sehen, wie sich Regierungen mit solchen Strategien halten können. "Das Stück könnte man zum Beispiel auch auf Trump beziehen", sagt die 18-jährige Sophie Seidl, die als choreografische Assistenz die tänzerischen und akrobatischen Einlagen mitgestaltet hat.

So aktuell die Handlung ist, so zeitlos sind die Figuren. "Interessant war zu sehen, was passiert, wenn man die Tierfiguren ins Menschliche übersetzt", sagt Bühling. Schließlich verbindet man mit jedem Tier menschliche Eigenschaften. Umgekehrt "lässt sich auch jeder Mensch auf ein Tier herunterbrechen", sagt die Schülerin Annette von Specht.

"Reineke Fuchs" ist diese Woche von Montag bis Freitag, jeden Abend von 20 Uhr an, im Theater Leo 17, Leopoldstraße 17, zu sehen. Karten gibt es an der Abendkasse von 19 Uhr an. Kartenreservierungen sind von diesem Dienstag, 14. Februar, an unter Telefon 380 140 34 möglich. Der Eintritt ist frei.