Der Baubescheid für das 32-Millionen-Euro-Projekt liegt jetzt vor - in vier Monaten sollen die Bagger anrollen.
Noch immer stehen hässliche Bauzäune dort, wo bereits längst die Schrannenhalle Münchner und Touristen anziehen sollte: zwischen der Prälat-Zistl- und der Blumenstraße.
Innenansicht der alten Halle (© )
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Doch nun könnten bald die Bagger rollen. Seit vergangener Woche liegt der Baubescheid für das 32-Millionen-Euro-Projekt vor, in Kürze soll mit den Vorbereitungsarbeiten für die Baustelle begonnen werden.
In vier Monaten werden dann die Bohrpfähle gesetzt und die Baugrube ausgehoben. Dieser zeitliche Rahmen sei mit dem Kommunalreferat so vereinbart worden, sagte Architekt Stefan Schumer der SZ.
Denn der Wiederaufbau der historischen Markthalle ist kein leichtes Unterfangen. Die Kanalisation und Versorgungsstränge für die umliegenden Gebäude liegen ungewöhnlich dicht an der künftigen Baugrube - ein Punkt, der unter Umständen Probleme bereiten könnte und der umsichtige Planungen voraussetzt.
Als erste würden dann Tiefgarage und Untergeschosse sowie der Kopfbau aus vermutlich schwarz-grün changierendem Metall errichtet. Die Farbgebung des Baumaterials werde sich ganz den Gusseisenelementen der historischen Halle anpassen, so Schumer.
Zwischen Kopfbau und Freibank
Detaillierte Oberflächenprüfungen der historischen Elemente würden derzeit gemacht. Die Halle selbst werde dann zwischen neuem Kopfbau und "alter" Freibank eingesetzt.
Um den Bau logistisch bewerkstelligen zu können, wird der Verkehrsfluss in dem Areal etwa sechs Monate lang beeinträchtigt sein.
Eine Sperrung der Straßen, so wie immer wieder befürchtet, werde es aber nicht geben, verspricht Schumer. Der Wiener Architekt, der in München schon die Werkstätten der Kammerspiele verwirklicht hat, rechnet mit einer Bauzeit von 24 Monaten.
"Sofern alles reibungslos läuft und nicht irgendwelche der beauftragten Baufirmen pleite gehen", sagte er. Der ursprünglich angepeilte Einweihungstermin zum 150. Geburtstag der Halle im September 2003 kann dennoch nicht eingehalten werden.
Doch damit hatte auch schon seit längerem niemand mehr gerechnet.
Parkplatz als Zwischenlösung
Der Baubescheid setzt einen Schlussstrich unter jahrelange politische Debatten um die ursprünglich mehr als 400 Meter lange Schranne. Seit 1994 war um ihren Wiederaufbau gestritten worden.
Vor fast zwei Jahren sah es dann so aus, als würde endlich mit den Arbeiten begonnen. Die Bäume auf dem Grundstück wurden abgeholzt. Rund 200 Parkplätze wichen einem hölzernen Bauzaun.
Dann stiegen die ursprünglichen Architekten Kurt und Peter Ackermann aus. Der Investor, die Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding" entschied sich für Stefan Schumer. Doch auch dessen Entwürfe stießen auf Widerstand.
Mal galten sie als "zu massiv", mal als "zu filigran." Auch die Erbpachtregelung, die das Kommunalreferat mit dem Investor getroffen hatte, geriet in die Kritik. Bei einer Bausumme von 65 Millionen Mark habe die Stadt keinen Erbzins mehr zu erwarten, müsse sogar "draufzahlen", hieß es vor allem seitens der CSU.
Nun ist der Baubescheid erteilt. Zur Ruhe kommen kann Schumer dennoch nicht. Er muss sich nun um die Detailplanung kümmern. Und dann ist da ja noch der Bunker neben der Schranne.
Auch für ihn hat Schumer bereits Ideen ausgearbeitet. Doch für deren Realisierung müsste die Bundeswehr das Objekt erst einmal für eine öffentliche Nutzung freigeben.
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