Nach der jüngsten Schlägerei an der Münchner U-Bahn-Station Sendlinger Tor hat die Polizei nun einen weiteren Tatverdächtigen gefasst. Der 17-Jährige soll an einem Überfall auf zwei 22-Jährige beteiligt gewesen sein.

Nach dem jüngsten Überfall in der Münchner U-Bahn hat die Polizei einen weiteren mutmaßlichen Täter festgenommen. Der 17 Jahre alte Mann soll an einem Überfall auf zwei 22-Jährige am vergangenen Sonntag beteiligt gewesen sein, wie die Polizei am Dienstag berichtete.

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(© Foto: dpa)

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Der Jugendliche stammt aus Gaza, ist wie die drei anderen mutmaßlichen Täter Asylbewerber und wohnte in einer Unterkunft in München-Sendling. Der Palästinenser sollte noch am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Es war der vierte Übergriff in einer Münchner U-Bahn-Station binnen zwei Wochen.

Bei dem ersten und schwersten Fall vor Weihnachten hatte ein Rentner mehrere Schädelbrüche erlitten, zwei junge Männer sitzen in Untersuchungshaft. Bereits kurz nach dem Überfall am Sonntag waren ein 17-jähriger Iraker, ein gleichaltriger Palästinenser und ein 16 Jahre alter Palästinenser festgenommen worden. Nur gegen den 16-jährigen Palästinenser wurde Haftbefehl erlassen.

Er war erst im vergangenen Herbst illegal nach München gekommen und seitdem schon gut ein Dutzend Mal aufgefallen, unter anderem wegen räuberischer Erpressung. Die beiden anderen Verdächtigen wurden nach ihrer Vernehmung auf freien Fuß gesetzt. Der Überfall wurde teilweise von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Der Video-Mitschnitt sei das ausschlaggebende Mittel zu Identifizierung der jungen Männer gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Dem vierten Jugendlichen kamen die Beamten nach ersten Vernehmungen der anderen mutmaßlichen Täter auf die Spur. Die Befragungen gestalteten sich jedoch schwierig, da mit Dolmetscher gearbeitet werden müsse.

Warum die Jugendlichen mit den 22-Jährigen - einem Handelsvertreter und einem Kaufmann - in Streit gerieten, ist weiter unklar. Nach Aussage der Beiden gab es keinen Grund für eine Auseinandersetzung. Einer von ihnen hatte zudem von fünf bis sechs angreifenden Jugendlichen gesprochen. Die Polizei konnte dies aber nicht bestätigen. "Aus polizeilicher Sicht haben sich keine Hinweise auf weitere Täter ergeben", sagte der Sprecher.

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(dpa/sueddeutsche.de/wib)