SZ: Das macht die Tat noch unerklärbarer.
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Heberlein: Ja.
SZ: Haben Sie trotz der Ungeheuerlichkeit irgendeine Erklärung, wie es zu dieser Aggression kommen konnte?
Heberlein: Nein, diese Frage müssten Sie einem Psychologen stellen. Ich habe mir in den letzten Tagen sehr viele Gedanken gemacht. Ich kann es nicht erklären. Langeweile kann es nicht gewesen sein. Auf dem Schulausflug in München hatten sie ein dichtes Programm: Besuch von Kulturdenkmälern, Museen, Stadtrundfahrt und ein Orientierungslauf. Sie waren also gefordert. Weil am Montag und Dienstag alles so reibungslos verlief, stellte man ihnen nach dem Nachtessen den Abend zur freien Verfügung.
SZ: Wie lebt man als Jugendlicher hier an der "Goldküste" am Zürichsee?
Heberlein: Es gibt hier viele Freizeitmöglichkeiten, vor allem Sportangebote, in einer Viertelstunde ist man mit der S-Bahn in Zürich. Ich wüsste nicht, was einem hier fehlt. Außerdem verprügelt man einen Menschen doch nicht aus Langweile. Aber es ist müßig darüber nachzudenken, dazu müssten sich Fachleute intensiv mit den dreien auseinandersetzen.
SZ: Hatten Sie Kontakt mit den Eltern?
Heberlein: Letzten Sonntag haben wir die Eltern zusammen mit einer Psychologin zu einem Gespräch eingeladen. Das war, wie man sich vorstellen kann, sehr emotional. Es ging zum Teil um banale, akute Probleme, beispielsweise wann sie ihren Sohn sehen könnten und um den Kontakt zum Verteidiger, aber natürlich vor allem um sinnträchtigere Fragen.
SZ: Wie geht es jetzt weiter? Welche Konsequenzen ziehen Sie?
Heberlein: Wir haben eine sehr schwierige und intensive Zeit hinter uns. Solche Zeiten sind nicht gut, um darüber nachzudenken, was jetzt besser gemacht werden kann. Aber wir werden das in der nächsten Zeit tun. Dazu gehört eine Analyse der Geschehnisse, die Frage, ob wir weiterhin solche Projektwochen durchführen sollen und auch, ob es Versäumnisse der Lehrer gegeben hat. Die Staatsanwaltschaft hat zwar festgestellt, dass ihnen nichts vorzuwerfen ist, und darüber bin ich sehr froh. Trotzdem wird es intern noch eine Aufbereitung geben. Dafür aber braucht es Zeit und Ruhe. Das Schuljahr geht ja mit dieser Woche zu Ende. Wir müssen in die Zukunft blicken, ohne das Geschehene zu vergessen.
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(SZ vom 11.07.2009/sonn)
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