Satirische Morddrohung Wie ein US-Komiker Biebers Äffchen freipressen wollte

Justin Biebers Affe Mally im Tierheim München-Riem.

(Foto: dpa)

Jimmy Kimmel hält Deutschland für "sonderbar, schreckenserregend" und erpressbar. Der US-Komiker wollte den Affen von Justin Bieber befreien und bedrohte Deutschlands liebsten Rettungsschwimmer. Doch er hat "The Hoff" unterschätzt.

Von Wolfgang Görl

Die deutsch-amerikanische Freundschaft ist ja recht robust, selbst Meinungsverschiedenheiten vor dem Irak-Krieg oder das Gemecker von Tom Hanks am TV-Weihefestspiel "Wetten, dass ... ?" hat die transatlantische Liaison schon schadlos überstanden. Doch jetzt schwelt ein Streit, in dessen Verlauf Deutschland genauso ins Visier der Amerikaner geraten könnte wie Nordkorea.

Schuld daran ist Justin Biebers Kapuzineräffchen Mally, oder besser gesagt: der deutsche Zoll, der das Schmusetier des Teenieschwarms erst wieder herausrücken will, wenn dieser die Gesundheitspapiere und den Herkunftsnachweis des Affen vorlegt. Dies ist bis dato unterblieben, weshalb Mally ein behütetes Dasein im Münchner Tierheim genießt.

Nun aber wollen die Amerikaner die Internierung des Bieber-Äffchens nicht länger dulden. An der Spitze der Free-Mally-Bewegung steht der Comedy-Moderator Jimmy Kimmel. Mit einem dramatischen Aufruf während seiner TV-Show hat Kimmel die Amerikaner auf das beklagenswerte Schicksal Mallys aufmerksam gemacht.

Das Tier, klagte der Comedian, werde "imprisoned", also gefangen gehalten in Deutschland, ein ohnehin "sonderbares und schreckenerregendes" Land. Abschließend stellte Kimmel ein Ultimatum: Wenn Mally nicht bis Donnerstag, 24 Uhr, frei ist, "werden wir David Hasselhoff töten". Zur Erinnerung: Hasselhoff avancierte gegen Ende des vergangenen Jahrtausends als Badehosen-Beau in der TV-Soap "Baywatch" und als Sänger der Nationalhymne "Looking for Freedom" zum Lieblingsamerikaner der Deutschen.

Folglich drohte Kimmel: "Deutschland nimmt etwas, das wir lieben - wir nehmen etwas, das sie lieben." Um den Ernst der Drohung zu unterstreichen, ließ der Moderator in seiner Sendung eine deutsche Schokoladentorte in die Luft sprengen.

Doch damit nicht genug: Der Südstaaten-Rocker Kid Rock bekräftigte mit der Stimme eines Mafia-Killers das Ultimatum. Kenner wissen, dass Kid gerne mal zulangt und als Ex der Baywatch-Strandbombe Pamela Anderson gewiss über Informationen verfügt, wo Hasselhoff zu finden ist. Und weil die Germans auf den Appell bisher nicht reagierten, präsentierte Jimmy Kimmel in der Folgesendung einen Dolmetscher, der im Ton eines SS-Offiziers das Ultimatum noch einmal auf Deutsch wiederholte.

Es ist gut, dass es in dieser brenzligen Situation Menschen gibt, die ihre Nerven im Griff haben. Karl-Heinz Joachim, der Chef des Tierheims, ist so einer. Joachim hat von den amerikanischen Drohungen gehört, doch er bleibt gelassen: "Ernst nehmen würde ich so etwas nicht." Und wenn doch etwas dran wäre: Schwer am Herzen liegt dem Tierheim-Boss das Schicksal Hasselhoffs nicht. "Als Schauspieler und Sänger fand ich ihn mal ganz gut, aber seine Auftritte in letzter Zeit waren nur noch peinlich." Wie man sieht: Die Fronten sind verhärtet. Glücklich ist eigentlich nur Mally. Der genießt die Fürsorge der Pfleger und hat durch eine Spezialdiät aus Babybrei und Obst bereits beachtlich zugelegt.

Mittlerweile verlautet aus unsicherer Quelle, das deutsche Außenministerium habe einen Kompromissvorschlag nach Washington verschickt: Ihr behaltet Hasselhoff, wir den Affen.

Nachtrag: Jimmy Kimmel hat aufgegeben. "You know, Germany, keep the monkey, I really don't care", sagt der Showmaster am Ende eines dritten Videos zur "Justin Bieber Monkey Crisis". Darin tritt auch David Hasselhoff auf. Aber sehen Sie selbst: