Italienisches Restaurant Glockenbachviertel "Santo Anger" Punkrock statt Eros

Eigentlich denkt man bei italienischem Essen eher an Milva oder Eros Ramazotti. Doch das Santo Anger im Glockenbach beweist, dass es auch mit Punkrock schmeckt.

Von Katharina Höller

Fleißige Besucher des Cafés am Hochhaus im Glockenbachviertel wundern sich wohl schon seit einer Weile: An der Ecke gegenüber hat sich nämlich so einiges getan. Seit zwei Monaten prangt an der Hauswand der Blumenstraße 25 in geflügelten und behörnten Lettern der viel versprechend klingende Name: "Santo Anger - Punkrock Pizzeria".

Die zündende Idee zur Taufe entstand beim Hören des letzten Metallica-Albums "Saint Anger". Das Ergebnis klingt nun ein bisschen Italienisch, ein bisschen nach Rock und es würdigt die Namen der umliegenden Straßen Oberanger und Unteranger.

Doch was um Himmels Willen verspricht eine Punkrock Pizzeria? Das wollten wir genauer wissen. Beim Gedanken an den Stiefel am Mittelmeer singt unser Herz doch eher Milva und Eros Ramazotti. Italienischer Punkrock hingegen klingt aufs Erste in etwa so vertraut wie französischer Folk. Aber in diesem Fall geht es ja nicht ausschließlich um die Beschallung, sondern auch um leibliche Genüsse, die man sich dabei auf der Zunge zergehen lassen sollte. Wieso also nichts Neues ausprobieren?

Das dachte sich auch der Münchner Kneipier und Musikliebhaber Bernhard Steinweg, der die Pizzeria mit dem klangvollen Namen ins Leben rief. Sein Konzept: Das beliebte italienische Fastfood wird nun für Nachtschwärmer in gemütlicher Kneipenatmosphäre serviert. Doch das soll die Qualität auf keinen Fall beeinträchtigen: In der Küche hantiert ein echter Profi-Koch mit frischen Zutaten und sorgt dafür, dass im Santo Anger ein kleines, aber feines Repertoire an italienischen Gaumenfreuden geboten wird - nämlich Salat, Pizzas und Desserts.

Wir ordern Rucola-Salat mit Kirschtomaten und Parmesansplittern (für 5 Euro). Der ist frisch zubereitet, jedoch ist - wie gehabt beim "echten" Italiener - bezüglich des Dressings die Kreativität des Gastes gefragt: Die Komposition der Soße zum Grünzeug obliegt uns selbst, wobei die entsprechenden Zutaten natürlich bereit stehen.