Sanierung Die Händler atmen auf

Wie die Stadt bei der Sanierung des Viktualienmarkts vorgehen will

Von Thomas Anlauf, Alfred Dürr

Die Händler am Viktualienmarkt atmen auf und auch Kommunalreferent Axel Markwardt ist mit dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Markts sichtlich zufrieden. "Auf dem Markt wird es keine Tabula rasa geben", sagte er bei der ersten öffentlichen Präsentation der Studie im Altstadt-Bezirksausschuss. "Der Markt wird nicht abgeräumt und neu wieder aufgebaut, ich wollte das auch nie", so Markwardt. Trotzdem müssen einige Gebäude zur Sanierung und Modernisierung des Viktualienmarkts dennoch abgerissen werden, sollen aber nach Abschluss der Bauarbeiten wieder neu errichtet werden. Betroffen sind vor allem Gäste des Café Nymphenburg Sekt: Das Häuschen auf dem Gebiet der sogenannten Abteilung II muss zunächst weichen, unter dem Stand entsteht eine zentrale Kelleranlage mit einer Fläche von 900 Quadratmetern. Doch nach dem Umzug an einen vorübergehenden Standort erhält das Café eine neue Heimat an gleicher Stelle.

Das Café Nymphenburg Sekt auf dem Viktualienmarkt muss wohl einem Neubau weichen.

(Foto: Robert Haas)

Bei der dringend anstehenden Sanierung des Viktualienmarkts, die frühestens 2022 beginnen soll, bemüht sich das Kommunalreferat, möglichst behutsam mit dem Bestand und den Händlern umzugehen. Alle Händler können während der Sanierung auf dem Markt bleiben, wenngleich teilweise an Ersatzstandorten. Nach den Umbauten erhalten alle Händler erneut unbefristete Zuweisungen. Von Neubauten sind ohnehin nur zwei der sieben Abteilungen auf dem Markt betroffen. Neben dem Café Nymphenburg Sekt müssen sämtliche Zeltstände der Abteilung II nahe dem Pschorr weichen und an einen anderen Standort auf dem Markt umziehen. Dafür entstehen dort zwei Festbauten. Einer fürs Café, das künftig größer wird, aber ohne Zeltvorbau auskommen muss, und ein neuer Stand wird einem Händler zur Verfügung stehen. Das Häuschen mit dem Blumen- und dem Obst- und Gemüsestand wird saniert, heißt es im finalen Entwurf der Machbarkeitsstudie, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Die Händler mit den Zeltständen können nach dem Kellerbau wieder an ihren alten Standort zurück.

Großes ist auch für die Abteilung VI am Gänserlmarkt zwischen Frauen- und Westenriederstraße geplant. Wo derzeit das Müllhaus steht, schlägt das Kommunalreferat einen eingeschossigen Neubau vor, der im Untergeschoss eine Fläche von 1200 Quadratmetern erhalten soll, oben ziehen Händler und Gastronomen ein, außerdem wird die Abfallsammelstelle dort unterkommen. Die ehemalige Kuttlerhalle mit den Fischhändlern und einem Weinstand muss inklusive Kelleranlage "mindestens kernsaniert werden", steht in der Beschlussvorlage für den Stadtrat.

Um dem Markt in seiner Gesamterscheinung ein etwas einheitlicheres Gesicht zu geben, schlägt Architekt Rainer Hofmann von Bogevischs Büro vor, ein sogenanntes Gestaltungshandbuch mit bestimmten Vorgaben und Regeln zu entwickeln, damit die Markisen und Vorbauten künftig nicht mehr so dominant sind. Das sieht übrigens auch die Untere Denkmalschutzbehörde und das Landesamt für Denkmalpflege so. "Vorbauten sollen künftig unter die Traufe der festen Bauten zurücktreten", heißt es in der Machbarkeitsstudie.