Sanierung des Olympiaparks Disziplin Kostenhochsprung

Vier Millionen Besucher hat der Olympiapark im Jahr. Doch damit er ein Besuchermagnet bleibt, muss in seine Sanierung investiert werden. Inzwischen geht es um die enorme Summe von 234 Millionen Euro - eine große Belastung für den städtischen Haushalt.

Von Alfred Dürr

Er ist einer der attraktivsten Adressen der Stadt, die Menschen mögen ihn, und er funktioniert bestens. Aber damit der bald 40 Jahre alte Olympiapark ein Besuchermagnet bleibt, muss in Sanierung und Neubau der Sportstätten und des Parks investiert werden. Dabei geht es inzwischen um eine enorme Summe - rund 234 Millionen Euro. Das olympische Erbe von 1972 ist und bleibt also ein teurer Spaß.

Die Olympiapark München GmbH, eine hundertprozentige Beteiligungsgesellschaft der Landeshauptstadt, legt dem Aufsichtsrat am heutigen Dienstag eine Baubilanz und einen Ausblick auf Projekte in den kommenden 20 Jahren vor. Eine der aufwendigsten Aktionen war die Modernisierung der Olympiahalle mit einem spektakulären Restaurant-Bauwerk, einer neuen Hallendecke, dem exklusiven Ehrengast-Bereich und der veränderten Lkw-Zufahrt zur Bühne. So kann der Veranstaltungsbetrieb effizienter organisiert werden. Unterirdisch entstand die Kleine Olympiahalle, die zusätzlichen Platz für Konzerte, Tagungen und Veranstaltungen aller Art bietet.

All das verschlang schon große Summen. Neu ist, dass auch das Thema Brandschutz und Sanierung der technischen Anlagen in der Olympiahalle in Angriff genommen werden muss. Erstmals gibt es dazu eine umfangreiche Aufstellung für den Aufsichtsrat - Kostenpunkt hierfür: 40 Millionen Euro.

An den verschiedenen Leitungen, Kabeln und der technischen Infrastruktur habe innerhalb von vier Jahrzehnten einfach der Zahn der Zeit genagt, sagt Olympiapark-Sprecher Arno Hartung. Es sei nicht gefährlich, eine Veranstaltung in der Olympiahalle zu besuchen, aber die gesetzlichen Auflagen müssten erfüllt werden. Man habe für den Aufsichtsrat jetzt im Detail aufgelistet, was in den kommenden Jahren an notwendigen Erneuerungen fällig wird. Es gehe nicht um Kostenexplosionen, sondern um Pflichtaufgaben. "Wir haben keine Möglichkeit, das groß in Frage zu stellen", sagt Grünen-Stadtrat und Aufsichtsratsmitglied Boris Schwartz.

Das gilt wohl auch für die in etwa zehn Jahren anstehende Generalsanierung des weltberühmten Zeltdaches, die die gigantische Summe von 80 Millionen Euro verschlingen dürfte.Vier Millionen Besucher jährlich Die Olympiapark-Gesellschaft verweist auf ein Gutachten über die Folgelasten der Sportstätten, das von einer maximalen Nutzungsdauer von 25 Jahren ausgehe. Diesen Zeitraum hat man längst überschritten. Der Park sei einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren für die Stadt geworden.

Vier Millionen Besucher kommen jährlich in den Park. Man könne nur mit der Entwicklung im internationalen Veranstaltungsbereich mithalten, wenn man auch entsprechend in den Bau und den Park investiere. Das ist die eine Seite, die andere Seite formuliert Alexander Reissl, SPD-Fraktionschef und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender: "Der Olympiapark ist eine stetige und kostspielige Aufgabe für die Stadt." Das sei zwar eine große finanzielle Belastung für den städtischen Haushalt. "Aber was ist die Alternative?", fragt Reissl. "Sollen wir alles verfallen lassen?"

Neben den Kosten für den Brandschutz und der Erneuerung der technischen Anlagen gibt es weitere Bauthemen im Olympiapark, die den Aufsichtsrat weiter beschäftigen. Es geht um die neue Multifunktionshalle, die anstelle des alten Radstadions entstehen soll. Hier besteht weitgehend Einigkeit, dass man dieses Gebäude will. Eine andere Frage ist, was aus dem auch schon längst in die Jahre gekommenen Eissport-Zentrum neben dem Olympiaturm werden könnte. Hier, so heißt es aus dem Aufsichtsrat, sei noch alles offen.