Die im Nachklang dezent scharfe Zitronengrasbrühe unterstrich den würzigen Eigengeschmack der Entenravioli (7Euro). Und in der sämigen Brokkolisuppe mit Crème fraîche waren die meersalzigen Lachskaviar-Kügelchen eine angenehme Überraschung (im Drei-Gänge-Menü zu 18 Euro) - die zweite Beigabe, ein hauchdünner Streifen, blieb unklar. Kartoffel- oder Speckscheibe? Spaßküche ist manchmal Rateküche. Bei den Hauptgängen ließ die Maishähnchenbrust mit Kartoffelplätzchen, säuerlichem Kürbisgemüse und kontrastierend vanillesüßen Schalotten die Frage offen: Wenn das Gemüse so vorzüglich war, warum schmeckte das Geflügel dann nach nichts?

Salt

Richtig zur Geltung kommt das Konzept einer beiläufig daherkommenden Eleganz im Salt abends. (© Foto: Alessandra Schellnegger)

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An der Kunstfertigkeit der Köche im Umgang mit Fleisch konnte es nicht liegen, wie das Entrecôte mit Sardellen-Kapern-Haube (18 Euro) bewies. Ein herrlich zartes Stück, perfekt medium gebraten, begleitet von rotem Zwiebelgemüse und Polentakugeln, denen leicht zu verzeihen war, dass sie auf dem Weg zum Tisch ihre Form nicht halten konnten. Beim knusprigen Zanderfilet mit Hummerschaum (18 Euro) hatte man die Wahl, zum Fisch entweder ein Stück Spinatraviolo samt Meerrettichschärfe auf die Gabel zu spießen oder ihn mit cremig mildem Rote Beete-Püree zu probieren.

Passende Zusammenstellung

Beide Male passte die Zusammenstellung. Von der gesamten Tafelrunde hochgelobt: Der Kalbsrücken mit - frappierend grellgrünem - Erbsenpürree, fruchtigem Clementinen-Pfeffer-Jus und einem Stück famoser Tarte aus Pecorino und Birnen (21,50 Euro). Im Salt werden die Geschmacksknospen gefordert (und oft belohnt), nach zwei intensiven Gängen sah man beinahe beklommen dem Dessert entgegen. Noch mehr Gewürz, Nuancen, Aromen? Hier kann zum Verzicht ermuntert werden: Die Nachspeisen fielen bei unseren Besuchen überraschend deutlich ab.

Der Schlupfer mit Vanillesauce und Mandarinenkompott (im Menü) erwies sich als hoffnungslos überzimteter Muffin, das Cookie aus der Dessertvariation (9 Euro) war ein steinharter Keks mit zu viel Erdnussbutter obendrauf. Und das schwere Bananen-Nougat-Tiramisu (5 Euro) im großen Glas musste zu mehreren bewältigt werden, einen einzelnen Esser hätte es glatt überfordert. Die Weinseite der Speisekarte hält Konventionelles vor - im Glas etwa einen ordentlichen Riesling aus Rheinhessen (5,50) oder einen Zweigelt aus dem Burgenland (5).

Salt, Rundfunkplatz 4, Telefon: 89083695. www.saltrestaurant.de. Geöffnet Montag bis Donnerstag von 9 bis 1 Uhr, Freitag von 9, Samstag von 13 und Sonntag von 17 Uhr jeweils ohne Sperrstunde.

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  1. Bitte locker bleiben
  2. Sie lesen jetzt Nicht schlicht und pur wie Salz
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(SZ vom 25.01.2010/lim)