Wieder Verspätungen - doch vom ersten Advent bis Ende der Weihnachtsferien ruhen die Bauarbeiten im Tunnel.
Die Münchner Pendler werden voraussichtlich noch bis Ende dieses Monats mit Chaos im S-Bahn-Verkehr rechnen müssen. Beim Umbau der Stammstrecke sei die Bahn derzeit "im kritischsten Bauzustand", der "bis Ende November anhalten" werde, erklärt Dietrich Bocherding, Projektleiter des für den Gleisbau zuständigen Bahn-Betriebs DB Netz.
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Bei so "gewaltigen Bauvorhaben" wie dem Tunnelumbau könne es "natürlich immer wieder zu Störungen kommen". Er hoffe jedoch, "dass die Pannenserie zu Ende ist".
Aber auch gestern Vormittag ließ die gestörte Signaltechnik wieder zahlreiche S-Bahnen verspätet durch den Tunnel der Stammstrecke fahren - während in Sichtweite der Gleise Bahn-Verantwortliche der Presse zu erklären versuchten, wie es zu der beispiellosen Pannenserie kommen konnte, die in den vergangenen Tagen hunderttausende Fahrgäste vergeblich auf pünktliche Züge warten ließ.
Die Gründe für den regelmäßigen Zusammenbruch des Zugverkehrs haben die Techniker von Bahn und dem Signalbauer Siemens im 1969 eingerichteten Stellwerk Ostbahnhof ausgemacht. Dort passt eine neu zugeschaltete, computergesteuerte so genannte Zugnummern-Melde- und Lenkanalage nicht zum alten System, die Schnittstelle leitet manche Informationen nicht von einem Anlageteil in den anderen - und schon stauen sich die S-Bahnen im Tunnel. "Dieser Fehler war nicht vorauszusehen", sagt der für den Tunnelausbau zuständige Projektleiter Lothar Helf. Denn in Berlin und im Ruhrgebiet hätten ähnliche Stellwerkumbauten problemlos geklappt, nur auf der vielbefahrenen Tunnelstrecke in München eben nicht.
Nun sollen zusätzliche Techniker der Bahn und der Signalbaufirmen 24 Stunden bereit stehen, um auftretende Pannen schneller beheben zu können. Ausschließen will die Bahn aber weitere Störungen nicht. Erst wenn das neue Signalsystem Ende 2004 eingerichtet ist und ein elektronisches Stellwerk an der Donnersbergerbrücke die S-Bahnen auf der gesamten Stammstrecke lenkt, "sind wir sicher, dass das weitgehend störungssicher funktioniert", sagt Bocherding.
Weiterhin nicht ohne Störung funktioniert jedoch die Information der Wartenden. Auch gestern warteten viele Fahrgäste vergeblich auf Lautsprecherdurchsagen, obwohl S-Bahn-Sprecher Horst Staimer glaubt, dass "wir besser geworden sind in der Kundeninformation". An einem neuen, zentralen Informationssystem arbeite die S-Bahn aber noch.
Auf Entschädigung können verärgerte Kunden nicht hoffen: Das, so Staimer, "haben wir nicht im Fokus". Eine Weihnachtsfreude will die S-Bahn aber machen: Vom ersten Advent an unterbricht sie die Bauarbeiten im Tunnel bis nach den Weihnachtsferien.
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