Nach Berechnungen der Bahn liegen die Baukosten für die zweite Münchner Stammstrecke um 200 Millionen Euro höher als geplant. Die Planer rechnen nun mit Kosten von 2,237 Milliarden Euro.
Eine mögliche zweite S-Bahn-Stammstrecke würde mehr kosten als bisher geplant. Aus einer Übersicht, die dem Aufsichtsrat der Bahn vergangene Woche präsentiert wurde und die der SZ vorliegt, geht hervor, dass die Planer nun mit Kosten von 2,237 Milliarden Euro rechnen. Das sind gut 200 Millionen Euro mehr, als die Deutsche Bahn und das bayerische Verkehrsministerium bisher als Kostenrahmen angegeben haben.
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Die Planer der Bahn begründen die Kostensteigerungen den Unterlagen zufolge mit "zwei weiteren Netz ergänzenden Maßnahmen" sowie der "voraussichtlichen Terminverschiebung um zwei Jahre". Bislang war geplant, den zweiten Tunnel unter der Innenstadt bis zum Jahr 2017 fertig zu stellen. Mittlerweile gehen die Planer von einer Inbetriebnahme im Jahr 2019 aus; diesen Termin hatte auch ein Vertreter des bayerischen Verkehrsministeriums vor kurzem bei einem Treffen des Regionalen Planungsverbands im Rathaus genannt.
Um welche ergänzenden Maßnahmen es sich konkret handelt, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Bislang schon waren im Paket zur zweiten Stammstrecke kleinere Maßnahmen auf den Außenästen vorgesehen - etwa ein Begegnungsgleis auf der S 2 bei St. Koloman oder der Ausbau der Schienenverzweigungen am Westkreuz. Fachleute gehen davon aus, dass der Großteil des Kostenanstiegs auf die zeitlichen Verzögerungen (und die damit verbundenen Preissteigerungen in der Baubranche) zurückzuführen ist. Ein Bahn-Sprecher erklärte auf Anfrage der SZ, zu Aufsichtsratsvorlagen äußere sich der Konzern grundsätzlich nicht.
Bahn und Freistaat wollen mit der zweiten Röhre den bestehenden Bahntunnel zwischen Ostbahnhof und Hackerbrücke entlasten und zusätzliche Express-S-Bahnen sowie Regionalzüge durch die Innenstadt schleusen. Etwa die Hälfte der Baukosten will das Land übernehmen, den Rest soll der Bund tragen. Um mögliche Kostensteigerungen abzufedern, hatten Freistaat und Bahn im Bau- und Finanzierungsvertrag einen "Risikopuffer" von 500 Millionen Euro vorgesehen, der zusätzlich zu den Baukosten eingeplant ist. Mit den nun aufgeführten Kostensteigerungen wäre dieser Puffer allerdings bereits zu einem Teil ausgeschöpft.
Die höhere Bausumme dürfte auch für Gesprächsstoff sorgen, wenn sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) am Mittwoch mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) treffen. Offen ist nach wie vor, ob der Bund seinen Beitrag von einer Milliarde Euro zu dem Projekt zuschießt. Anders als ursprünglich geplant wird OB Christian Ude (SPD) aber an dem Treffen nicht teilnehmen. CSU und FDP im Freistaat hatten die Stadt aufgefordert, 350 Millionen Euro als Darlehen an den Bund zu geben. Ude lehnt den Vorschlag ab. Bevor die Spitzenpolitiker darüber verhandeln, sollen offene Fragen auf Fachebene geklärt werden, hieß es am Montag.
Landtag und Stadtrat hatten Ramsauer aufgefordert, bis Ende des Jahres zu sagen, ob er das Geld für den zweiten Tunnel gibt. Eine Aussage Ramsauers dazu fehlt bislang. Nun dürfte der Druck auf ihn steigen, zumal der zwischen Freistaat und Bahn geschlossene Vertrag zum Jahresende ausläuft. Aus dem Verkehrsministerium heißt es zwar, der Vertrag könne relativ problemlos verlängert werden - die Zeit läuft dennoch.
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(SZ vom 20.12.2011/wib)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Die neueste Antwort
Der macht doch eh grad einen Nachtragshaushalt für die Eurorettung (waren das 2, 20, 200 Millarden, eh wurscht), da kann man doch so einen Miniposten noch reinschieben.
Im übrigen strecken die EZB-Dealer von der Zentralbank die Geldmenge durch Billionenkredite wie ein guter Heroindealer seinen Stoff.
Also: 2 Miilarden für den Tunnelbau, wir reden hier von Peanuts !
Fast bei jedem lokalen staatlichen Bauprojekt wird die ursprüngliche Plansumme um das 2,5 fache überschritten.
Wenn reale Summen zu Beginn einer Planung genannt würden, würde meiner Meinung nach nichts mehr gebaut.
Aber nutzt uns das?
Nein!...
Das Hauptproblem ist doch, dass der Marienplatz als Umsteigebahnhof bei den beiden Hauptlastfällen Berufsverkehr und Fußballspiel seine Kapazitätsgrenze erreicht oder sogar schon überschritten hat.
Warum ist das so?
Viele Passagiere müssen am Marienplatz umsteigen um zur U6 (Stadion, Garching, Großhadern, Schwabing) oder zur U3 (Olympizentrum [BMW], Sendling [Siemens], Schwabing) zu gelangen.
Lösungsansatz der zweiten Stammstrecke:
Befüllung der Umsteigestation Marienplatz von Nord (Marienhof) und Süd (Marienplatz, wie bisher).
Die Umsteigepassagiere zur U4/U5 vom Stachus werden aufgeteilt auf Stachus und Hbf oder Ostbahnhof. Daher eine merkliche Entlastung der Umsteigepassagiere am Stachus, eine Zunahme der Umsteigepassagiere am Hbf und Ostbahnhof.
Lösungsansatz Südring:
Umsteigen zur U3 und U6 am Marienplatz und an der Implerstraße. Umsteigen zur U4/U5 am Stachus für Stammstrecken S-Bahnen am Stachus und am Heimeranplatz vom Südring aus.
Letztendlich wird man langfristig sowohl zweite Stammstrecke als auch S-Bahnsüdring brauchen, um den Verkehr bewältigen zu können. Am besten auch gleich noch einen zusätzlichen Nordring.
Die 2. Stammstrecke lässt sich erst nach Fertigstellung in Betrieb nehmen und birngt erst dann einen Nutzen. In der Zwischenzeit bingt diese keinen weiteren Nutzen. Es darf sogar mit einer weiteren Leistungsminderung gerechnet werden, da die Kosten explodieren werden und dadurch Ausbaumaßnahmen gestrichen werden.
Zudem sind in den Baupreise die voraussichtlichen Preissteigerungen in den Kostenrechnungen eingerechnet.
Die zukünftigen Preissteigerungen werden also zu Lasten der begleitenden Ausbauten gehen: Also aus dem Ausbaukatalog gestrichen oder weiter verschoben.
Ein Ausbau im Bestandsnetz lässt sofort eine Nutzung zu. Was nicht gesagt wird, das an einigen Stellen schlicht und ergreifend eine Weiche und ein Signal fehlt, die eine sofortige Verbesserung und Leistungssteigerung des Schienennetzes zulassen würde. Will man aber nicht, weil statt das Schienennetz zu verbessern, weitere Großbauprojekt haben möchte, um die Fehler des vorherigen "Leuchtturmprojektes" zu lösen.
Es wird von Seiten der DB AG nichts geplant, was keine Folgeaufträge bringt. Sonst wäre die DB AG ja eine Behörde, die dem Gemeinwohl verpflichtet wäre und keine gewinnstrebende AG.
Solange die DB AG diese Rechtsforma hat und das Schienennetz und die Bahnsteige nicht aus dem Konzern ausgegliedert wird, werden die Steuerzahler für die Spekulationen und die Politikerleuchtturmprojekte kräftig zalen müssen.
Zudem hat Herr Ramsauer (CSU) klargestellt, das es kein Geld für Neubaustrecken geben wird.
http://www.tagesschau.de/inland/verkehrsprojekte104.html
Die Anbringung von Bahnsteigtüren im vorhandenen Tunnel würde die Kapazität der S-Bahn nahezu verdoppeln, zu einem Bruchteil der Kosten einer zweiten Stammstrecke - so eine technische Studie, die leider nur selten zitiert wird, vermutlich um die Notwendigkeit des 2. Tunnels nicht hinterfragen zu müssen.
Und wenn man zudem die wiederkehrenden Unfälle (und Selbstmorde) am Gleiskörper liest, die durch die Bahnsteigtüren allesamt verhindert werden könnten, fragt man sich eingentlich schon, weshalb solch ein technisch reizvoller Ansatz nicht wesentlich mehr politische Öffentlichkeit findet.
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