Riesenverspätungen, Zugausfälle, überfüllte Abteile und viele Ansagen: Der Fahrplan der S-Bahn wird nicht nur im Winter immer wieder zur Makulatur.
Säße die arme Dame tatsächlich live am Mikrophon - sie müsste sich rasch wegen Erschöpfung und Heiserkeit ablösen lassen. Denn die Stimme aus dem Computer, mit der die Fahrgäste auf den S-Bahnsteigen über Störungen informiert werden, befindet sich mal wieder im Dauereinsatz: "S8 zum Flughafen, Abfahrt um 8.15Uhr, hat voraussichtlich zehn Minuten Verspätung", flötete es am Mittwoch in Eichenau. Was freilich nicht die ganze Wahrheit war. Denn es dauerte gut eineinhalb Stunden, um an diesem frostigen Morgen in die Münchner Innenstadt zu gelangen.
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Münchner S-Bahn (© Foto: Robert Haas)
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Schuld an der nervigen Stop-and-Go-Tour durch verschneite Landschaften waren mehrere Faktoren gleichzeitig: Vereiste Weichen bockten, die Kupplungen der Züge streikten - und weil obendrein an der Hackerbrücke ein Notarzt anrücken musste, blieb die Stammstrecke mitten im Berufsverkehr für 15 Minuten gesperrt.
Was eine solche Blockade für den Fahrplan der darauffolgenden Stunden bedeutet, wissen die S-Bahn-Pendler zur Genüge: Riesenverspätungen, Zugausfälle, überfüllte Abteile und viele Ansagen der Dame aus Blech.
Unterschiedliche Gründe
Auch einen Tag zuvor, am Schnee-Dienstag, war nicht alles glatt gelaufen: Zehn Minuten Verspätung auf allen Linien, zwischendurch auch mal 20, waren während des zugegeben heftigen Wintereinbruchs normal. Das klingt, aus der Perspektive des warmen Stübchens, nicht allzu schlimm - draußen auf den zugigen Bahnsteigen aber fühlt sich das Warten anders an.
Dennoch ist es nicht der Winter, der viele Fahrgäste an der Investition für eine Monatsmarke zweifeln lässt. Den hat die S-Bahn ansonsten recht ordentlich gemeistert. Es ist die Verlässlichkeit, mit der alle paar Tage, und manchmal auch mehrfach am Tag, aus den unterschiedlichsten Gründen der Fahrplan zur Makulatur wird. "Das ist für die Fahrgäste ärgerlich", räumt auch ein Bahnsprecher ein. Nur: Was lässt sich unternehmen gegen ein Sammelsurium an Verspätungsursachen, in dem kein roter Faden erkennbar ist?
Schon ein Blick auf die Vorfälle seit Anfang Februar zeigt: Die S-Bahn ist derzeit die reinste Wundertüte - keiner weiß, was als Nächstes auf dem Programm steht. Ein kleiner Auszug, was bisher geschah: Es gab Streckensperrungen wegen Schienenbruchs (15.Februar), wegen eines liegengebliebenen Güterzugs (14.), wegen eines Oberleitungsschadens (5.) und wegen zweier Polizeieinsätze (beide am 5.).
Dazu kommt, den Passagieren der S2 wohlbekannt und daher fast schon als kleiner roter Faden im Verspätungsgeschehen geeignet, das berüchtigte Stellwerk Riem, das gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, dem 10. und 11. nämlich, den Dienst verweigerte. Bei Stellwerksausfällen können die Züge entweder nur im Schneckentempo oder, wie diesmal, gar nicht mehr passieren. Dann beginnt die Schlacht um die raren Plätze im Ersatzbus.
Investieren in verspätungsanfällige Anlagen
Dass mit dem Stellwerk Riem einiges im Argen liegt, räumt nach anfänglichem Leugnen inzwischen auch die Deutsche Bahn ein. Drei der elf dort installierten Rechner, berichtet ein Sprecher, sorgen für immer wiederkehrende Probleme. Die von 1991 stammende Anlage soll deshalb noch in diesem Jahr mit moderner Technik nachgerüstet werden.
Für die Bahn kann es sich schon aus rein finanziellen Gründen lohnen, in verspätungsanfällige Anlagen zu investieren. Denn der Freistaat, der die Zugleistungen bestellt und auch bezahlt, zeigt sich bei mangelhafter Leistung durchaus verstimmt. So haben die massiven Verspätungen im vergangenen Herbst "auch ein finanzielles Nachspiel", berichtet Verkehrsminister Martin Zeil (FDP).
Da die vereinbarten Pünktlichkeitswerte nicht eingehalten wurden, "fallen Vertragsstrafen in erheblichem Umfang an". Eine konkrete Höhe wollte Zeil nicht nennen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen aber, dass es sich dabei durchaus um zweistellige Millionensummen handeln kann.
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(SZ vom 19.02.2009/pfau)
Analyse des DFB-Kaders
Die neueste Antwort
Nicht nur die S-Bahn hat derzeit Probleme:
Am Flughafen gab es nur noch Verspätungen und zahlreiche Flüge - nicht alle Flugpassagiere sind zum Spaß unterwegs oder wollen zum Shopping nach London - wurden ganz annulliert ...
... auf den Autobahnen - z.B. A 96 bei Lindau - herrschte das totale Chaos. Stundenlang ging da garnichts mehr und an die Teilnehmer des unfreiwilligen Auto-Korsos wurden heisse Getränke ausgeschenkt ...
Ein paar Gedanken zu den Ursachen der S-Bahn-Probleme:
10-Minuten-Takt: Die bestehende Infrastruktur gewährleistet diesen engen Takt nur unter optimalen Bedingungen - kleinste Störungen sorgen sofort für Verspätungen die sich nicht nur auf das gesamte S-Bahn-Netz, sondern auch auf den Regionalverkehr der Bahn auswirken.
Wie wäre es mit einem realistischem und verlässlichen 15-Minuten-Takt - incl. längerer S-Bahn-Züge, soweit möglich - statt einem Möchtegern-10-Minuten-Takt der einfach zu störanfällig ist.
Entlastung der S-Bahn durch Ausbau des U-Bahn-Netzes: Seit 1989 existiert die Genehmigung, die U-4 vom Arabellapark nach Englschalking zu verlängern - warum wird diese Planung nicht umgesetzt?
Investitionen in S-, U- und Tram-Bahnen statt einer weiteren Start- und Landebahn im Erdinger Moos ... hier gibt es von Seiten des OB's leider noch keinen Sinneswandel - und die Stadt-Umland-Bahn scheint ganz in der Versenkung verschwunden zu sein.
Also meine S-Bahn (S6 ab Neubiberg) hat wirklich morgens immer Verspätung. Am besten gefallen mir die Tage, an denen erst 5 Minuten Verspätung angesagt werden, dann 10, dann 15 und die Bahn kommt dann nach 20 Minuten. Nein man sagt nicht gleich 20 Minuten an, damit man gleich auf den Bus ausweicht. Es werden immer erst 5 Minuten angesagt und wenn der Bus weg ist, ätsch müßt ihr doch länger in der Kälte stehen. Es macht auch keinen Unterschied ob es kalt ist oder warm, es regnet , schneit oder die Sonne scheint, die Bahn ist einfach jeden Morgen zu spät. Wenn man es dann endlich in einen Zug geschafft hat, dann findet man dort die S-Bahn Kundenzeitung mit der neuesten Pünktlichkeitsstatistik. Über 95% püntlich! Und während man noch herzhaft darüber lacht kommt auch schon die Durchsage vom Zugführer, dass wir jetzt erst mal auf den verpäteten Gegenzug warten oder dass der Zug nur bis Giesing fährt. Wenn wir dies erfahren, haben wir natürlich Neuperlach mit Umsteigemöglichkeiz zur U-Bahn bereits verlassen.
Als die S- Bahn 1972 in Betrieb ging war das System grade mal für DIE HÄLFE der Fahrgäste gedacht, die heute damit verkehren!!!
Mit dem gefakten 10- Minuten- Takt hat sich die Anfälligkeit erhöht,
das Nadelöhr S- Bahn Tunnel, die komplizierte Leitung der Züge am Ostbahnhof alles tut das seine dazu.
Ob Südring oder 2. S- Bahn- Tunnel, Erdinger Ringschluss mitsamt Flughafen- Anbindung, das Bahn- System IN und UM München ist altersschwach und vollkommen überlastet!
Dreißig Jahre Stillstand waren ein RÜCKSCHRITT! Der Dank gilt den Blockierern, Bremsern & Schönrednern...
Ergo: Die 800.000 Pendler müssen nach München ziehen! Weg mit dem Häuschen im Grünen! Mietpreise in der Stadt in die Höhe treiben, Wohnungsnot, Hort- & Kindergartenplatzmangel ankurbeln! Der Staat spart sich dadurch eine Menge Geld (Pendlerpauschale), so kann man den 2. Stock Münchens bauen, wie vor Jahrzehnten von den Biermöslblasn gefordert
A propos S2. Wie bitte schafft es die Bahn, dass die S-Bahn, die aus Erding kommt, in Sankt Koloman bereits 3-5 Minuten Verspätung hat. Btw. Sankt Koloman ist die dritte Haltestelle. Diese Verspätung führt auch dazu, dass der Gegenzug aus Muc verspätet nach Erding kann, denn der muss auf den Zug aus Erding warten.
Sie müssen das nicht so pessimistisch sehen... Die S-Bahn kommt nicht 5 Minuten zu spät! Die nächste S-Bahn kommt vielmehr 15 Minuten zu früh!
Es lebe der MVV! Wenns nach mir ginge hätt ich gerne ein komplettes U-Bahn Netz als Umgehung der Stammstrecke.
"Zuasteig'n!" "Zuuuuuuuu-rückblei'n"
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