Von Günther Knoll

Warten wegen fallenden Blättern: Weil eine Bremsverstärkung bei den S-Bahnen noch nicht eingebaut ist, kommt es zu Einschränkungen im Herbstfahrplan.

Um Ausrutscher zu vermeiden, muss die Münchner S-Bahn auf Anordnung des Eisenbahnbundesamts auch in diesem Herbst mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. So kommt es vom 15. September bis zum Beginn des Winterfahrplans am 13. Dezember zu Einschränkungen, die nach Aussage von Bernhard Weisser, dem Geschäftsleiter der Münchner S-Bahn, aber nur knapp ein Prozent der Fahrgäste betreffen werden. Weil die nötige Zulassung fehlt, sind die Züge noch immer nicht mit zusätzlichen Besandunganlagen ausgestattet.

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Um zu verhindern, dass dadurch das ganze Fahrplansystem durcheinandergerät, dünnt die S-Bahn den Verkehr auf der stark strapazierten Stammstrecke aus. (© Foto: Rumpf)

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Dass hochtechnisierte Fahrzeuge durch Herbstlaub ins Schlittern geraten könnten, hatte man beim Kauf der 238 Fahrzeuge der Baureihe ET 423 für die Münchner S-Bahn nicht erwartet. "Vorbeifahrten" nennt Betriebsleiter Weisser die Tatsache, dass die in Leichtbauweise konstruierten Züge bei Schmierfilm an den Haltestellen nicht rechtzeitig zu stehen kamen. Die zuständige Behörde, das Eisenbahnbundesamt, reagiert darauf vor der Herbstsaison wieder mit Geschwindigkeitsbeschränkungen: Statt 140 nur noch 125 beziehungsweise 100 Stundenkilometer auf vom Laub schmierigen Strecken.

Weniger Züge auf der Stammstrecke

Um zu verhindern, dass dadurch das ganze Fahrplansystem durcheinandergerät, dünnt die S-Bahn den Verkehr auf der stark strapazierten Stammstrecke aus: Statt 30 fahren nur noch 24 Züge zur Hauptverkehrszeit in einer Richtung durch die Röhre. Dadurch fällt auf den Linien S2 und S5 jede zweite Verstärker-S-Bahn des Zehn-Minuten-Takts aus.

Nicht betroffen sind die Express-S-Bahnen der Linie 2. Diese Regelungen haben sich laut Weisser bereits im vergangenen Herbst bewährt. "Wir werden über 99 Prozent der Leistungen weiter fahren", verspricht der S-Bahn-Betriebsleiter. Die Fahrgäste werden mit Hinweisen an den Haltestellen mit Flyern sowie über die elektronische Fahrplanauskunft rechzeitig über diese Änderungen informiert.

Eigentlich hätte der Einbau zusätzlicher Sanddüsen, die den Bremsvorgang unterstützen, schon erledigt sein sollen, doch die dafür nötige Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt fehlt noch immer. Weisser betont, das die S-Bahn ihre Hausaufgaben sprich Testfahrten gemacht habe, er will aber den Schwarzen Peter für die Verzögerung auch nicht der Behörde zuschieben. "Wir befinden uns aber auf der Zielgeraden", sagt Weisser, er erwartet die Zulassung für den 29 Millionen Euro teuren Umbau "bald".

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(SZ vom 01.09.2009/pfau)