S-Bahn-Ausschreibung Grüne wollen Druck auf Bahn ausüben

Verkehrspolitiker der Grünen wollen die Münchner S-Bahn durch mehr Wettbewerb verbessern. Die anstehende Neuausschreibung müsse daher so organisiert werden, dass private Konkurrenten ernsthafte Chancen auf einen Zuschlag hätten - durch eine Unterteilung in Lose. Denn wenn das S-Bahn-Netz als Ganzes ausgeschrieben werde, sei die Deutsche Bahn wohl eines der wenigen Unternehmen, die eine solche Leistung erbringen können. "Nur wenn diese Ausschreibung Hand und Fuß hat, können für die täglich rund 800 000 Fahrgäste endlich die heiß ersehnten Verbesserungen wahr werden", erklärt der Münchner Kreisrat Markus Büchler. Wichtig seien mehr Pünktlichkeit, bessere Takte und längere Züge. Die Grünen wollen, schon um auf den "Staatsmonopolisten" Druck für eine bessere Leistung auszuüben, die Zahl der Lose je Unternehmen begrenzen.

Der Verkehrsvertrag für das Münchner S-Bahn-Netz läuft Ende 2017 aus. Die Grünen gehen allerdings davon aus, dass das Ausschreibungsverfahren bis dahin nicht zu schaffen ist und der tatsächliche Neustart sich verzögert. Die Aufteilung des Netzes in Lose gilt bei den Experten der zuständigen bayerischen Eisenbahngesellschaft als äußerst kompliziert. Denn mit wenigen Ausnahme ist der Betrieb der einzelnen Linien eng miteinander verknüpft. Auf dem 434 Kilometer langen Netz sind 253 Züge auf acht Stammlinien unterwegs.