Rundflüge Mit Kleinflugzeug und Heißluftballon

Mit dem Kleinflugzeug

Mitfahrgelegenheiten kennt jeder. Wer längere Strecken mit dem Auto fahren muss, bietet freie Plätze im Internet an. Das gibt es seit kurzem auch für Flugzeuge. Über die Plattform Wingly können Kleinflugzeug-Piloten Flüge in ihren Maschinen anbieten, Interessierte wählen dann einfach per Mausklick aus den Angeboten. Auch Christian Pfitzner bietet dort Rundflüge an.

Gestartet wird in Landshut, wo die Cessna seines Fliegervereins steht. Die Flugroute bleibt meist seinen Passagieren überlassen, zwischen 50 und 100 Euro kostet ein eineinhalbstündiger Flug. "Eigentlich habe ich für Rundflüge im Moment aber kaum Zeit", sagt der 20-Jährige. Er steckt im Lernstress, im Winter steht die Theorie-Prüfung für seine Berufspiloten-Lizenz an.

Christian Pfitzner lernt gerade für seine Berufspiloten-Lizenz.

(Foto: privat)

"Die Leidenschaft fürs Fliegen ist genetisch veranlagt", sagt er. Sein Vater war Pilot, seine Mutter Flugbegleiterin. Mit einer Sondergenehmigung durfte er schon im Alter von 13 Jahren seine Segelflug-Ausbildung anfangen, mit 16 durfte er sich dann offiziell Pilot nennen. Wenn er den kommerziellen Pilotenschein in der Tasche hat, will er Verkehrspilot werden. Bis dahin dreht er noch seine Runden über Bayern.

Mit dem Heißluftballon

Der Heißluftballon verträgt Wetterschwankungen nicht besonders gut. "Deswegen starten wir entweder eine Stunde nach Sonnenaufgang oder zwei Stunden vor Sonnenuntergang", sagt Ballonfahrer Andreas Schwierz. Denn von März bis Oktober seien die thermischen Aufwinde, also heiße, aufsteigende Luft, tagsüber unkontrollierbar. Aber wenn Wind und Wetter stimmen, unternimmt der 58-Jährige mit seinen Passagieren regelmäßig Fahrten bis in die Alpen.

Ballonfahrer Andreas Schwierz

(Foto: oh)

Insgesamt kommen Schwierz und sein "Feuervogel", wie er den Ballon nennt, auf knapp 100 Ausflüge im Jahr. Die knapp 90-minütigen Fahrten sind ab 150 Euro zu buchen. "Früher konnten wir sogar über dem Oktoberfest schweben", sagt er. "Von oben auf Hunderttausende zu schauen, sie winken und rufen zu hören, ist einfach eine tolle Erfahrung."

Mittlerweile ist es allerdings verboten, über die Wiesn zu fliegen. Schwierz fährt ohnehin vor allem außerhalb der Stadt Ballon: "Wenn man etwa über den Starnberger See blickt und sich der Ballon im Wasser spiegelt, ist das für mich immer wieder ein Highlight", sagt der Ballonfahrer.

Mit der "Tante Ju"

Es gibt keinen Bordcomputer, vom Autopiloten ganz zu schweigen. Ein "fliegendes Denkmal" nennen die Piloten die Junkers Ju 52. Von 1932 an eroberte die Propellermaschine die Lüfte und war bis in die Fünfzigerjahre eines der beliebtesten Verkehrsflugzeuge. Trotz des hohen Alters fliegen manche Maschinen immer noch, so auch diejenige der Lufthansa-Stiftung.

"Mit der guten Tante Ju zu fliegen, ist wie eine Zeitreise", sagt Uwe Wendt, Chefpilot der 24-köpfigen Riege aus Elite-Kapitänen, die ins Cockpit dürfen. Das historische Flugzeug zu steuern sei etwas ganz anderes als eine moderne Linienmaschine zu fliegen, viel ursprünglicher, sagt Wendt. "Wir müssen alles manuell regeln, Instrumente gibt es so gut wie nicht." Da müsse man sich auch schon mal die Hände schmutzig machen, wenn einer der drei Motoren nicht anspringt.

Nur 24 Menschen dürfen die "Tante Ju" fliegen. Uwe Wendt ist einer davon.

(Foto: oh)

Von Anfang Mai bis Ende Oktober tingelt die Ju 52 von Nord nach Süd auf Rundflug-Tournee durch die Republik, stolze 239 bis 399 Euro kosten die halb- und einstündigen Rundflüge. Voraussichtlich macht die Junkers erst im Spätsommer nächsten Jahres wieder Station in München, die Flüge starten dann in Oberschleißheim oder am Münchner Flughafen.

Wendt freut sich schon sehr darauf, denn "in München sieht vieles von oben ziemlich sexy aus". Als Fußball-Fan falle ihm da natürlich zuerst die Allianz-Arena auf, aber auch der Englische Garten oder das Nymphenburger Schloss seien sehr imposant.