Von Astrid Becker

Wenn das keine Palastrevolution ist: Auch der "Hofbräukeller" in München will das Rauchen erlauben und provoziert den Freistaat.

Auch im "Hofbräukeller" an der Inneren Wiener Straße wird den Informationen der SZ zufolge heftig über die Einrichtung eines "Raucherclubs" nachgedacht. Sowohl Wirt Günter Steinberg - bislang in Äußerungen zum gesetzlichen Rauchverbot in der Gastronomie extrem zurückhaltend - als auch Michael Möller, Direktor der freistaateigenen Brauerei "Hofbräu", haben diese Überlegungen bestätigt. Als Grund nennen sie vor allem Umsatzrückgänge "beim Getränk danach".

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Ihre Erfahrung deckt sich mit der vieler größerer Wirte: Zwar kommen die Gäste noch, um zu essen und etwas dazu zu trinken, auf den Kaffee oder den Schnaps danach werde jedoch verzichtet: "Die Gäste gehen früher heim, weil sie dort zu ihrem Kaffee auch eine Zigarette rauchen können", sagen Möller und Steinberg.

Der Wirt hat nun alte Pläne ausgegraben, die er bereits zu der Zeit ersann, als noch von einem gemäßigteren Rauchverbot die Rede war. So würde er gern die Schwemme, die zum Garten hinführt, mit einer Glaswand vom Rest der Räumlichkeiten abtrennen, "auch weil sich dort ohnehin die meisten Raucher, Stammtische und Kartenspieler platzieren." Ob der Raucherclub im Hofbräukeller umgesetzt wird, ist derzeit allerdings noch eine Frage der Kosten. Die würden derzeit kalkuliert, heißt es von beiden Seiten.

Besonders pikant an den Plänen ist jedoch die Nähe zu dem, der sie letztendlich verursacht hat: dem bayerischen Gesetzgeber. Weil Hofbräu ein Regiebetrieb des Finanzministeriums ist, hat Steinberg den Hofbräukeller quasi vom Freistaat gepachtet - wahrscheinlich der Grund, warum er sich bislang auch nie über das Rauchverbot und seine Konsequenzen geäußert hat. Dies gilt auch für das Hofbräuhaus. Doch dort, so sagt Möller, "haben wir diese Probleme nicht."

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(SZ vom 16.02.2008)