Restaurant Mun Erste Adresse für sensationell frischen Fisch

Edel möbliert, edel dekoriert, und dazu eine hervorragende Küche: Das Mun an der Inneren Wiener Straße kann man sich merken.

(Foto: Catherina Hess)

Die Treppe zum Himmel führt in den Keller: Das "Mun" in Haidhausen zelebriert asiatische Küche mit internationalen Einflüssen auf sehr hohem Niveau.

Von Tina von Norden

Das Auffälligste am Restaurant Mun, um mit einer kleinen Gemeinheit zu starten, ist seine Unauffälligkeit. Zum Glück gilt dies, um es gleich aufzulösen, aber nur für eines: für das Äußere. Auch wer oft durch die Innere Wiener Straße fährt und wer sich für Gastronomie, speziell asiatische, interessiert, kann das Mun übersehen - so unprätentiös liegt es zwischen dem Wiener Platz und dem Gasteig. Das ist der erste Eindruck.

Der zweite Eindruck stellt sich beim Betreten des Kellerlokals ein, er ist ein ganz anderer. Lounge-Musik empfängt die Gäste. Gedämpftes Licht und Kerzenschein sind auf das edel-schlichte Interieur abgestimmt, das warme Grün- und Brauntöne dominieren. Hier lässt man sich gerne nieder, erst recht, wenn die Gäste von einem so herzlichen Service umsorgt werden, der ungewöhnlich international ist.

Zum Stichwort Internationalität sei kurz erläutert: Der Name des Mun geht auf seinen Koch Mun Kim zurück, ein gebürtiger Südkoreaner, den es als Kind mit seiner Familie in die USA verschlug. Dort war er mehr als zwei Jahrzehnte als Banker tätig. Doch seine wirkliche Leidenschaft war die Küche, und dafür ließ er sein altes Leben hinter sich. Er heuerte bei einem Sushi-Meister in den USA an, ging danach nach Buenos Aires und in die Weinregion Mendoza und hatte große Erfolge mit seiner koreanisch-japanisch-amerikanischen Fusion-Küche. Auf der Suche nach einem Restaurant in Europa verschlug es ihn durch Zufälle und Bekanntschaften nach München. Soweit die Vorgeschichte.

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Die Speisekarte des Mun bietet à la Carte vor allem ausgewählte Sushi-Spezialitäten, und sie weist jeden Abend mindestens zwei Vier- und zwei Sechs-Gang-Menüs aus, je eines davon ein Fisch-Menü, alle mit kleinen wählbaren Variationen, für 68 und 95 Euro sowie einer Weinbegleitung für 32 beziehungsweise 46 Euro. Wer die Getränke selber wählen möchte, den erwartet eine nicht allzu üppige, aber gut sortierte Weinkarte und eine eben solche Cocktailauswahl.

Bei unserem ersten Besuch war der Auftakt des Menüs für alle gleich, ein Amuse Bouche, gefolgt von Sushi. Schon in diesen beiden Speisen zeigte sich in unserer Runde eine erhebliche Spannbreite von Reaktionen auf die Küche des Mun. Kurz gesagt: Das Amuse Bouche aus Crispy Rice mit einer Thunfisch-Creme enttäuschte, der Reis war zu klebrig, die Creme zu üppig und fettig für einen Appetitanreger. Der nächste Gang ließ diese erste Empfindung sofort umschlagen, in Begeisterung. Serviert wurden vier Nigiri-Sushi, je eines mit Thunfisch, Lachs, Jakobsmuschel und Aal. Welch ein Geschmackserlebnis!

Der Fisch im Mun ist sensationell frisch und gut, der Eigengeschmack der Produkte kommt so klar wie selten zu erleben hervor. Da glaubt man es gerne, dass Tiere wie der Thunfisch im Ganzen geliefert werden und erst im Restaurant unters Messer kommen.