ReligionWo Münchner ihren Glauben leben

Ob Buddha, Allah, Gott oder Jahwe - so unterschiedlich wie die Lehren sind die Orte, an denen der Glaube gelebt wird. Doch manchmal liegt die Vielfalt ziemlich versteckt.

Beth Shalom hat einen besonderen Tora-Vorhang

Jan Mühlstein legt sich einen Gebetsmantel um, tritt auf den Toraschrein zu und öffnet ihn. Der Blick in den Schrein wird zunächst noch von einem cremefarbenen Vorhang verdeckt. "Das ist eine Parochet", erklärt Mühlstein. Dahinter kommen vier Tora-Rollen zum Vorschein - und zwei aus Plüsch. "Damit die kleinen Kinder auch etwas in die Hand nehmen können", sagt er.Jan Mühlsteinist der Vorsitzende der liberalen jüdischen Gemeinde München, Beth Shalom. Knapp 500 Mitglieder zählt sie und hat ihre Räume in Sendling, im ersten Stock eines Bürogebäudes neben Knabenchor und Kita. Die Synagoge selbst ist ein heller Raum mit zwei gegenüberliegenden Fensterfronten, die durch weiße Vorhänge verdeckt werden. Ein Dutzend Stuhlreihen sind mit Blick in Richtung des Toraschreins aufgestellt. "Männer und Frauen sind bei uns gleichgestellt", erklärt Mühlstein. Im Gegensatz zum orthodoxen Judentum gibt es im liberalen keine getrennte Sitzordnung. Von Hannah Würsching

Bild: steffen-leiprecht.de 3. April 2018, 14:332018-04-03 14:33:22 © SZ vom 03.04.2018/vewo