Regionalzughalt Neuer Halt kommt in Fahrt

Planungsvertrag für Bahnhof Poccistraße ist unterzeichnet

Von Andreas Schubert

Noch ist die Finanzierung des Regionalzughaltes Poccistraße nicht geklärt. Aber Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) zeigte sich am Freitag davon überzeugt, dass schon alles klappen wird. Es stünden noch Verhandlungen mit dem Bund an, sagte sie. 40 Millionen Euro soll der Bahnhof nach fünf Jahre alten Schätzungen kosten. Allein die Planungen, die der Freistaat komplett übernimmt, kosten drei Millionen Euro. Am Vormittag unterzeichnete Aigner den Planungsvertrag mit der Bahn.

Geht es nach Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel, ist die Planung bis Herbst 2020 abgeschlossen, und die Baugenehmigung liegt 2022 vor. Dann soll der neue Bahnhof bis 2026 gebaut werden, also im selben Jahr wie die zweite S-Bahn-Stammstrecke in Betrieb gehen. Etwa 50 Züge sollen dann je Richtung dort halten. Es sind die Verbindungen von München nach Salzburg über Rosenheim, nach Kufstein über Rosenheim und nach Mühldorf. Etwa 7500 Ein- und Aussteiger werden an der neuen Station täglich erwartet. Sie können an der Poccistraße direkt in die U 3 und U 6 umsteigen und dort Richtung Innenstadt über das Sendlinger Tor und Marienplatz weiter über Schwabing nach Moosach respektive Garching weiterfahren. Umgekehrt können Fahrgäste künftig direkt von der U- in die Regionalbahn umsteigen, ohne noch in eine andere U- oder S-Bahn wechseln zu müssen, da der Haupt- und der Ostbahnhof nicht an die U 3 und U 6 angeschlossen sind. So sollen auch die S-Bahnen entlastet werden, sagt Josel. Die Station liegt direkt hinter dem Kreisverwaltungsreferat und ist nach aktuellen Vorplanungen nur über die Lindwurmstraße zugänglich, ein Zugangsweg von der Tumblingerstraße aus ist nicht vorgesehen.

Mit den Vorplanungen zur neuen U-Bahnlinie U 9 überlegen die Stadtwerke München derzeit, ob sie die beiden U-Bahnstationen Impler- und Poccistraße zu einem großen Untergrundbahnhof für drei Linien zusammenfassen, mit direktem Zugang zum Regionalzughalt. Ende dieses Jahres sollen die Vorplanungen dem Stadtrat vorgestellt werden.

Dass in absehbarer Zeit auch S-Bahnen fahrplanmäßig an der Poccistraße halten, ist unwahrscheinlich. Laut Josel ist der Südring nur im Notbetrieb von S-Bahnen befahrbar. Für einen regulären Betrieb müsste der Südring ausgebaut werden. Aber bekanntlich hat der zweite Stammstreckentunnel den Vorzug bekommen.