24 Anträge auf einen Schlag: Nach einem halb angedeuteten Hitlergruß macht sich Karl Richter mit einer Flut von Anträgen, die ausländerfeindliche Hetze betreiben, unbeliebt.
Der Tag, an dem der Rechtsextremist mit NPD-Parteibuch, Karl Richter, für die Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) in den Stadtrat gewählt wurde, war nach übereinstimmender Meinung aller demokratischen Kräfte ein schlechter Tag für die Stadt. Seit dem gestrigen Montag ist klar, dass es auch für den deutschen Wald ein überaus unerfreulicher war.
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Rechtsextremist mit NPD-Parteibuch: Karl Richter wurde für die Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) in den Stadtrat gewählt. (© Foto: Andreas Heddergott)
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Die insgesamt 24 Anfragen und Anträge des BIA-Stadtrats, die er auf einen Schlag einreichte, hatten zur Folge, dass die Montagnummer der Rathaus-Umschau auf eine rekordverdächtige Dicke anschwoll. Richter, der schon bei der Vereidigung der neuen Stadträte durch einen halb angedeuteten Hitlergruß für einen Eklat gesorgt hatte, beansprucht für seine gesammelten Werke insgesamt 43 Seiten, was 67 Prozent dieser Ausgabe der städtischen Mitteilungsblattes ausmacht. Das ergibt, bei einer Auflage von 1000 Exemplaren, stolze 43000 Blatt Papier in Rechtsextremisten-Diktion, bezahlt aus dem städtischen Etat.
Hetze mit den Toten
In einigen seiner Anfragen betreibt Richter ziemlich direkt ausländerfeindliche Hetze - und benutzt dazu sogar die Toten. Er fordert Aufschluss über die Liegezeiten auf den Münchner Friedhöfen, aufgeschlüsselt nach Verstorbenen christlichen, muslimischen und mosaischen Glaubens. Offensichtlich sieht er die Christen hier im Nachteil, weil für sie - so Richter - Liegezeiten zwischen 20 und 30 Jahren veranschlagt würden, "für Moslems dagegen 50 Jahre", während für Bestattete jüdischen Glaubens "offenbar keine Beschränkungen der Liegezeit" bestünden.
Für die Beantwortung dieser und ähnlicher Anfragen hat die Stadtverwaltung nun drei Wochen Zeit. Falls die Frist nicht eingehalten werden kann, ist dies dem Antragsteller "unter Angabe der hierfür maßgeblichen Gründe" mitzuteilen, so die Geschäftsordnung. Allerdings müssen die Anfragen kommunale Angelegenheiten betreffen. Das bedeutet, dass es OB Christian Ude erspart bleibt, die von Richter ebenfalls gewünschte Statistik über Häftlingsmisshandlungen abzuliefern samt dem Anteil ausländischer Insassen, denn Justizvollzug ist Ländersache.
Das Ansehen der Stadt hat Richter schon beschädigt. Nun wird er auch noch zum Kostenfaktor, denn mit der Beantwortung so vieler Fragen werden etliche Beamte wochenlang beschäftigt sein. Bleibt wohl als einziger Ausweg, ihm einsilbig zu antworten.
(SZ vom 06.05.2008/af)
Partyzone Flußufer
Die neueste Antwort
Ich mag zu polarisieren, diesmal wurde ich aber offensichtlich missverstanden. Ich habe den Artikel angegriffen, nicht die Leute, die den Richter nicht mögen. Was ich meinte: Da ist ein Neonazi (das kann man ja schreiben, das hat die Presse auch schon getan) der nun im Stadtrat sitzt. Er wird vom Verfassungsschutz beobachtet wie ein Pakistani, der aller Aufmerksamkeit aus dem Weg geht aber verdächtig wird Kiloweise Sprengstoff im Keller für eine Attentat zu horten. Und alles was man ihm anlasten kann, ist dass seine Anträge gegen die Ökobilanz vertoßen! Das ist nicht nur lächerlich, das ist erbärmlich! Wie Al Capone, der wegen Steuerhinterziehung, aber nicht wegen (...) eingekerkert wurde.
Und ich wollte alle anderen Parteien ansprechen: Wenn die nicht so unglaubwürdig wären, hätte es eine höhere Wahlbeteidigung und die Ökobilanz wäre in Ordnung, weil keiner den Richter kennen würde.
So und nun alle erneut auf den 'schlecht'-Balken!
Ich habe die Anträge und Anfragen gelesen
http://www.muenchen.de/cms/prod2/mde/_de/rubriken/Rathaus/40_dir/presseservice/2008/Rathaus_Umschau/051_100/085.pdf
und finde Sie pars pro toto vorzüglich, gut begründet und prägnant vorgetragen. Insbesondere den Antrag eine "Crime Map" von München zu erstellen erachte ich für zielführend und aufklärerisch.
Der Stadtrat sollte froh sein einen engagierten Kollegen gefunden zu haben.
Im übrigen würde ich gegen die GRÜNEN Stadträte, die den "NAZI RAUS"-Button getragen haben an Herrn Richters Stelle Strafantag bei der StA. stellen, weil damit der Straftatbestand der Beleidigung (§ 185.I StGB) klar erfüllt ist.
Oder kann man glauben, dass sich zB. LINKE-Abgeordnete einen an sie adressierten Sticker mit den Aufschrift "MAUERMÖRDER" bieten liessen ?
Rag.P.Della Mirandola
"Der Richter macht doch nur das was er im Wahlkampf versprochen hat. Ich weiß es zwar nicht, aber er sagte sicher, dass er die Ärmel raufkrempelt und was bewegt".
Und jeder Kommentator hat die Möglichkeit sich über die "Bewegungen "von Rechtsradikalen zu informieren, bevor er schreibt.
Ich bin empört, nicht über den Herrn Richter, sondern über die SZ. Ein Artikel wie er auch in der Bild stehen könnte. Alleine die Überschrift. Es geht um Papierberge! Kostspielige obendrein! Das ist nun mal Politik, da gibt es Regeln und die werden hier eingehalten. Wie würde die Schlagzeile lauten, wenn die 1000er Auflage als CD rausgebracht würde? Oder per E-Mail verschickt werden? Und das alles auf Seite 1 des München-Teils!
Der Richter macht doch nur das was er im Wahlkampf versprochen hat. Ich weiß es zwar nicht, aber er sagte sicher, dass er die Ärmel raufkrempelt und was bewegt. Und das tut er damit auch. Wenn alle Politiker das einhalten würden, was sie einst im Wahlkampf versprochen haben, hätte nicht die Nichtwählerschaft gewonnen. Immerhin weniger als 50% der Wahlberechtigten sind zur Urne gegangen. Nicht wegen Transrapid oder Rauchverbot oder den U-Bahn-Prüglern. Sondern weil das Volk nicht weiß, wen es wählen soll. Egal ob rechts oder links, grün oder liberal, wenn diese ihre Arbeit machen würden und ihre Versprechen einhalten würden, wären 80% der Münchner an die Urne gegangen und von den 30% mehr wäre sicher kein NDPler (hier BIA) oder Kommunist gewesen
Wenn die Linken die Mauer wieder aufbauen wollen und die DDR wieder einführen, ist das nicht Republikfeindlich? Auch diese wären Mundtot, wenn alle Nicht-Extremen wählen würden, die Extremen wählen nämlich immer!
Jedes Volk hat die Politiker die es verdient, das ist in München nicht anders!
Hier gibt es die interessanten Anfragen des Herrn Richter zum nachlesen:
http://www.muenchen.de/cms/prod2/mde/_de/rubriken/Rathaus/40_dir/presseservice/2008/Rathaus_Umschau/051_100/085.pdf
Mit aktuellen Fragen der Kommunalpolitik hat kaum etwas zu tun. Herr Richter schnappt irgendwas in den Medien aus und bombardiert die Stadt nun damit, zu erklären wie dies und jenes denn in München aussieht. - Ob das nun die Stadtverwaltung betrift oder nicht.
Meiner Meinung nach mißbraucht Herr Richter die Stadtverwaltung als Auskunftsbüro. Soll er doch lieber Google oder 11880 bemühen ...
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