Rechtsanwältin Ehemalige Münchner Stadträtin Angelika Lex ist tot

Ein Archivbild der Rechtsanwältin Angelika Lex

(Foto: Robert Haas)

Sie engagierte sich für Flüchtlinge und gegen Neonazis. Die Rechtsanwältin und Grünen-Politikerin ist im Alter von 57 Jahren gestorben.

Von Bernd Kastner

Lex wurde 57 Jahre alt

Die Rechtsanwältin und ehemalige Münchner Stadträtin Angelika Lex ist tot. Sie starb in der Nacht auf Mittwoch nach schwerer Krankheit im Kreis ihrer Familie. Lex wurde 57 Jahre alt. Erst im November war sie für ihr jahrzehntelanges Engagement für Bürgerrechte, für Flüchtlinge und gegen Neonazis mit dem Georg-Elser-Preis der Stadt München ausgezeichnet worden. Die Feier im NS-Dokumentationszentrum war ihr letzter öffentlicher Auftritt.

Von 1990 bis 1995 saß Lex für die Grünen im Stadtrat. In dieser Zeit setzte sie unter anderem die Gründung eines eigenen städtischen Flüchtlingsamtes durch und schuf die Basis für Refugio, dem Behandlungszentrum für traumatisierte Flüchtlinge. Nach der Geburt ihrer ersten Tochter legte sie ihr Stadtratsmandat nieder.

Einsatz für die Rechte der Schwächeren

Als Anwältin setzte sich Angelika Lex vorwiegend für die Rechte der Schwächeren ein, sie war spezialisiert auf Ausländer- und Asylrecht. Einen ihrer größten juristischen Erfolge erreichte sie für die Nazi-Gegner von Aida. Das antifaschistische Informationsarchiv war vom bayerischen Innenministerium als linksextremistisch und damit verfassungsfeindlich erklärt worden. Nach einem jahrelangen juristischen Kampf musste die Staatsregierung die entsprechenden Einträge im Verfassungsschutzbericht aber schwärzen, Aida war rehabilitiert.

Bemerkenswert gefährlich

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Angelika Lex war mit Siegfried Benker verheiratet, dem früheren Grünen-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat und heutigen Münchenstift-Chef. Das Paar hat zwei Töchter.