Keine Aschenbecher, klare Luft, kein Qualm mehr in den Kneipen - nun sind Bayerns Gaststätten rauchfrei. Münchner Bistrobesucher und Kaffeeliebhaber reagieren unterschiedlich auf das Rauchverbot.
Jetzt ist es da, das Rauchverbot. Aber wie wird es eigentlich angenommen? Was bislang diskutiert wurde, wird nun umgesetzt. Denn seit drei Tagen darf bayernweit in Kneipen, Gasthäusern und Cafés nicht mehr geraucht werden.
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Rauchverbot in München -auch im Hofbräuhaus. (© Foto: Nora Große-Harmann)
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Dabei läuft seit dem Start des Rauchverbots "alles bestens", sagt Manfred Plank vom Münchner Hofbräuhaus. "Wir hatten vor der Regelung schon Nichtraucherecken, jetzt ist das Haus komplett rauchfrei. Und es kommen genauso viele Gäste wie vorher", so der Serviceleiter.
Problematisch schätzt Plank allerdings die Lage der kleinen Bistros und Kneipen ein. "Die dortigen Wirte sind ja auf ihre Stammgäste angewiesen und die meisten davon sind Raucher. Die bleiben dann einfach weg." Genauso sieht es Peter Fahrsbacher, Restaurantleiter im Franziskaner. Seine Prognose: "Die kleinen Betriebe werden um jeden Gast kämpfen müssen". In seinem Lokal hat er bislang weder weniger Umsatz noch nörgelnde Gäste zu vermelden.
Im Spatenhaus direkt nebenan sieht man das Rauchverbot kritischer. Restaurantleiter Bruno Antunes geht davon aus, dass sich die Kundschaft seines Hauses ändern wird. "Raucher suchen sich in Zukunft Alternativen."
Dem stimmt auch der Wirt im Stadtcafé zu. Dennoch, fürchtet Thomas Hausmann, könnte sein Szenelokal etwas unter den wegbleibenden Rauchern leiden. "Es wird Einschnitte geben", prognostiziert er.
Und was sagen die Gäste selbst?
Im Andechser, Stadtcafé, Hofbräuhaus und im Spatenhaus reagieren sie gespalten auf das neue Gesetz. Der Düsseldorfer René Endres, der zum ersten Mal im Hofbräuhaus ein Maß Bier trinkt, ist zufrieden. "Man kann ungestört essen, die Kleidung stinkt nicht mehr nach Rauch.", sagt der 29-Jährige. Außerdem gefährde man durch das Rauchen in Gaststätten auch andere.
Im Stadtcafé freut sich ein Lektor, dass die "Luft jetzt viel besser ist". Er ist zwar selbst Raucher, trotzdem befürwortet er das Verbot. "Wenn es in anderen Ländern Rauchverbote gibt, warum sollte es bei uns nicht klappen?"
"Zu extrem" findet hingegen eine Nichtraucherin, die ein paar Tische weiter sitzt, das Verbot. "Ich bin für eine Einteilung in Raucher- und Nichtraucherzonen", sagt sie. "Ein komplettes Rauchverbot empfinde ich als Bevormundung."
Auch Eugen Maier, Gast im Andechser am Dom, kritisiert die Schärfe des Gesetzes. Er ist empört. Das Gesetz sei "totaler Blödsinn", Raucher würden ihrer "Selbstbestimmung" beraubt. Außerdem sei die Entscheidung, ob im Restaurant geraucht werden dürfe, Sache des Wirts. "Die Regierung hat wohl nichts anderes zu tun, als sich in die Privatangelegenheiten anderer Menschen einzumischen", schimpft der 60-Jährige, der nun auf die Zigarette zum Bier verzichten muss.
Unmut äußert auch eine Rentnerin im Spatenhaus. Die Dame bezeichnet sich dort als "guten Gast" und schätzt die Zigarette zum Wein. "Nichtraucherecken sind ja in Ordnung", sagt sie. "Aber durch das komplette Rauchverbot geht für uns Raucher auch ein Stück Lebensqualität verloren".
(sueddeutsche.de/berr)
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Die neueste Antwort
man sollte die Zigarettenabgabe komplett in Deutschland verbieten. Damit würde man zwar auf fast 15 Milliarden Steuern verzichten. Dies könnte man dann bei Familien mit Kindern z.B. über eine Senkung des Kindergeldes und einer Erhöhung des Splittingsteuersatzes erreichen. Vom neuen Gesetz würde schliesslich am meisten die Familien mit Kinder profitieren und da wäre es doch sehr gerecht wenn diese auch dafür was zurückgeben würden.
Sie scheinen NICHTS verstanden zu haben! Die Wirte können das Rauchverbot jetzt nicht mehr umgehen, in dem sie Raucherclubs einrichten. Steht ganz klar so im Gesetz. Also erstmal informieren, bevor man sich aufregt.
Ansonsten: ich bin sehr zufrieden. Noch besser wäre es, wenn jetzt auch das Rauchen auf der Straße verboten werden würde. Und noch besser: überall, auch in der Wohnung. Dann würde es bei uns im Hausflur nicht mehr so ekelhaft nach Qualm stinken, nur weil ein Hausbewohner Kettenraucher ist.
@woernerdorothea:
"Das bedeutet aber auch, daß ich sämtliche sozialen Kontakte verliere, die sich in den von mir besuchten Lokalen abgespielt haben. Das finde ich überhaupt nicht in Ordnung und ich fühle mich diskriminiert. "
Das sollten Sie Ihren "sozialen Kontakte" vorhalten, die sich offenbar - ohne Rücksicht auf Sie zu nehmen - in Raucherclubs treffen wollen.
Ist ja dieselbe Problematik wie bei einem Treffen in einer/m Privatwohnung oder -haus.
Ich bin Nichtraucherin, durchaus tolerant, was das Rauchen im allgemeinen angeht.
Nun hat der Gesetzgeber Schritte unternommen - ich denke mal zum Wohle aller - und
hat eine unmögliche Situation geschaffen. Ich, als Nichtraucherin, werde durch die
Anwendung dieses Gesetzes bzw. dessen Umgehung durch diverse Wirte diskriminiert.
Ich darf meine Stammkneipen, unter anderem auch Tanzlokale, nicht mehr betreten, es
sei denn, ich werde Clubmitglied. Dagegen ist ja noch nichts zu sagen, warum soll das
Lokal nicht jetzt ein Club sein! Des weiteren muß ich aber auf dem Aufnahmeformular
unterschreiben, daß geraucht werden darf und ich auf die schädlichen Einflüsse des
Rauchens hingewiesen wurde.
Das bedeutet im Klartext: Will ich mich persönlich an das Rauchverbot halten und meine
eigene Gesundheit durch Passivrauchen nicht gefährden, kann ich keines dieser Lokale
betreten, ohne Clubmitgliedschaft kein Einlaß.
Das bedeutet aber auch, daß ich sämtliche sozialen Kontakte verliere, die sich in den von mir besuchten Lokalen abgespielt haben. Das finde ich überhaupt nicht in Ord-
nung und ich fühle mich diskriminiert.
"Nochmal: es geht um das Recht, mit seinem Eigentum (Kneipe, Taxi, bald auch die eigene Wohnung?) zu machen, was man will"
Solange das "Eigentum" nicht-öffentlich ist, hat da auch niemand was dagegen, lieber Helmut. Sonst schon!
Aber wer so Unsachlich wie Sie daherredet...
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