Rationaltheater Zeit der Ungewissheit

Fotos: Mario Steigerwald, Ayna Steigerwald

Ayna Steigerwald inszeniert Zustände des Wartens

Von Stefanie Schwetz

Schwabing - Das Warten ist eine Herausforderung, ein Zustand zwischen Hoffnung und Befürchtung, voller Sehnsucht, Neugier und Ungeduld. Ayna Steigerwald hat sich auf theatrale Weise mit dem Warten auseinandergesetzt - mit den alltäglichen Erscheinungsformen wie dem Warten auf die U-Bahn, auf den Aufzug oder den nächsten Urlaub und mit dem Warten auf all das, was dem menschlichen Dasein einen Sinn gibt: Glück, Liebe und ein erfülltes Leben.

"Warten auf Morgen" heißt das Bühnenstück der Münchner Autorin, mit dem sie an diesem Dienstag, 22. November, im Rationaltheater, Hesseloherstraße 18, Premiere feiert. Dabei legt Steigerwald den Fokus darauf, wie die Zeit des Ausharrens und der Ungewissheit das Leben der Menschen bestimmt. Sie untersucht das Warten im Hinblick auf Einflussfaktoren wie Macht und Ohnmacht, Reichtum und Armut. Und sie zeigt auf, welche Rolle der gesellschaftliche "Umgang mit der Zeitverfluggeschwindigkeit" für diejenigen spielt, die auf der Flucht sind, die auf eine Aufenthaltsgenehmigung warten oder einfach darauf, ein neues Leben zu beginnen. Die damit einhergehenden mentalen Herausforderungen und Gefühlsschwankungen werden von Annette Hildebrand, Anna März und Nadia Schwienbacher (Bild links) in Szene gesetzt. Sie lassen auf der Bühne ein perspektivenreiches Bild des Wartens lebendig werden. "Warten auf Morgen" ist die erste Regiearbeit von Ayna Steigerwald, die bereits seit vier Jahren als Dramaturgin am Rationaltheater tätig ist. Und es ist, mit Ausnahme des Komponisten und des Produzenten, das erste rein weiblich besetzte Theaterstück, das dort gespielt wird.

Warten auf Morgen. Premiere Dienstag, 22. November, 20 Uhr, Einlass: 19 Uhr; weitere Aufführungen zur gleichen Zeit am 23. und 24. November sowie am 6., 7. und 8. Dezember; Kartenreservierung: ticket@rationaltheater.de