Radfahrer in München haben es nicht immer leicht. Dennoch werden es immer mehr. Die rot-grüne Koalition im Rathaus feiert ihre Offensive für Radfahrer als Erfolg. Die Opposition geißelt das als Verschwendung und Klientelpolitik.
Eine besonders enge Baustellenabsperrung an der Cosimastraße, ein extrem schmaler Radweg in der Brienner Straße und ein Wegweiser auf dem "Münchner Radlring", unter dem das Schild "Radfahrer absteigen" angebracht ist - das sind in den Augen des Bund Naturschutz "Münchens wahn-witzigste Radlerfallen". Der Verband hatte die Bürger gebeten, Radlerfallen zu melden und Fotos einzusenden. Über 200 Bilder kamen zusammen. Die Naturschützer wollten damit auf die Probleme hinweisen, mit denen Radler an der Isar konfrontiert sind.
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Radfahren München: Die rot-grüne Koalition im Rathaus feiert die wachsende Zahl an Radlern in München als Erfolg. (© Catherina Hess)
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Doch trotz der zahlreichen Erschwernisse wächst der Anteil des Fahrrads am Gesamtverkehr weiter: Mittlerweile legen die Münchner 17,4 Prozent ihrer Wege mit dem Fahrrad zurück. "Als ich im Jahr 1996 Bürgermeister wurde, lag der Wert noch bei sechs Prozent", sagte der dritte Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) am Dienstag im Stadtrat. Denn erneut hatten sich die Stadtpolitiker mit der Radverkehrspolitik und insbesondere mit der von Rot-Grün gestarteten "Radlhauptstadt"-Kampagne zu beschäftigen. Und die sorgt nach wie vor für jede Menge Streit im Rathaus.
Mit mittlerweile zwei "Radlnacht"-Aktionen, mit Sicherheitschecks auf großen Plätzen, Radlkursen in Schulen, dem "Radljoker" und der Wahl des "Radlstars" hatte die Stadt versucht, im Rahmen der Kampagne mehr Radler auf die Straße zu bringen. Und das sei auch gelungen, befand Grünen-Stadträtin Sabine Nallinger. "Sie müssen sich nur die Zahlen anschauen." Laut einer Studie, die die Stadt parallel in Auftrag gegeben hatte, ist nicht nur der Anteil der Radler am Gesamtverkehr gestiegen; 12,5 Prozent der Befragten gaben vielmehr an, genau wegen dieser Kampagne nun öfter mit dem Rad unterwegs zu sein. Wichtig ist auch: Der Zuwachs beim Radverkehr ging nicht, wie in anderen Städten, zu Lasten von Bus und Bahn. Der Nahverkehrsanteil stieg ebenfalls in den vergangenen drei Jahren leicht an (von 21 auf 22,8 Prozent). Vielmehr gelingt es der Studie zufolge den Anteil der Autofahrer zu drücken - von 29 Prozent im Jahr 2002 auf mittlerweile nur noch 22,9 Prozent.
CSU-Stadtrat Robert Brannekämper bemängelte, dass für die Studie nur 750 Münchner sowie ausgewählte Verkehrsexperten befragt wurden: "Wenn ich die Fans des FC Bayern frage, welcher Verein der beste ist - dann steht das Ergebnis von vorneherein fest." Statt zusätzliche Radwege zu bauen oder Fahrradstellplätze zu schaffen, wende sich Rot-Grün mit der Kampagne an die, "die eh schon Radl fahren", so Brannekämper: "Das ist reinste Klientelbedienung Ihrer Wählergruppierungen." Orhan Akman (Linke) warf Rot-Grün vor, "Geld zum Fenster rauszuschmeißen". Daher fehle es an Finanzmitteln, um zum Beispiel mehr Personal im Kreisverwaltungsreferat zu beschäftigen, wo sich die Bürger über lange Wartezeiten an den Schaltern ärgern.
Josef Assal (SPD) entgegnete, man nehme aus dem ursprünglich geplanten Kampagnenbudget nun 300 000 Euro heraus - und reagiere so auf den Spardruck auch bei der umstrittenen Kampagne. Für 2012 stehen den Machern nun 600 000 Euro zur Verfügung, 2013 und 2014 soll der Betrag auf jährlich 500 000 Euro sinken. Damit flössen nur etwa fünf Prozent der Ausgaben, die die Stadt jedes Jahr für den Radverkehr vorsieht, in die Kampagne, sagte Grünen-Stadträtin Nallinger: "95 Prozent stecken wir in den Ausbau der Radverkehrs-Infrastruktur."
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(SZ vom 23.11.2011/bica)
Analyse des DFB-Kaders
Die neueste Antwort
Wenn die CSUFPD den Fahrradverkehr als Klientelpolitik verunglimpft, dann stellt sich die Frage, wie konnte es geschehen, dass unsere Heimat und unsere Städte so durch die Autolobby verwüstet werden durfte? Ich denke nicht, das die Fahrradfahrer in München Pareispenden an Rot-Grün machen. Dafür sind die Parteispenden der Autolobby an Schwarz-Gelb nachweisbar.
Ach so, bei Schwarz-Gelb nennt man sowas Wirtschaftsförderung.
Die Frage ist völlig fehl. Die Frage muss lauten: Welche Mobilität wollen wir? Welche Lebensqualität wollen wir? Welche Verkehrspolitik wollen wir? Welche Umweltqualität wollen wir? Wieviel Geld soll ein ein Verkehrssystem gesteckt werden, von dem unsere Umwelt, und letztendlich auch wir, großen Schaden erleidet?
Wollen wir weiter eine Stadtzerstörung durch das Auto? Wenn es nach der Autolobby und deren Politiklobbyvertreter geht, ist jede deutsche Stadt nicht autogerecht, solange sich andere Verkehrsteilnehmer auf den Straßen bewegen dürfen.
Und es ist keine Frage: Beim Autoverkehr und Straßengüterverkehr handelt es sich um ein ineffizientes Verkehrssystem.
Die Frage lautet also: Lebensqualität und hohe wirtschaftliche Effizienz der Mobilität für Menschen durch ÖPNV und Fahrrad oder eine Weiter so in der Verschwendung unserer Lebensgrundlagen durch den Kfz-Verkehr (auch die sogenannte Autoelektromobilität).
Letztendlich werden wir Menschen bei dieser Verschwendungssucht der Wirtschaft und beim Verkehr den kürzeren ziehen. Verschwendung und hohe Gewinne sind kein Fortschritt. Auch wenn es bestimmte Wirtschaftsparteien dies immer so darstellen.
Autofreie Städte sind machbar.
http://wissen.dradio.de/mobilitaet-autofreie-stadt-der-zukunft.38.de.html?dram:article_id=10049
http://www.g-o.de/dossier-detail-131-8.html
http://www.autofreie-stadt.de/tag/planung/
http://www.autofrei-wohnen.de/Theor/Theorie.html
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Zukunftsforscher-sieht-Hannover-im-Jahr-2025-autofrei
http://de.wikipedia.org/wiki/Vauban_%28Freiburg_im_Breisgau%29
Buchtip: Virus Auto, Hermann Knoflacher, Ueberreuter
Die Probleme im Fahrradbereich liegt auch daran, dass für die freie Autofahrt, Fußgänger und Radfahrer, ähnlich der Maßentierhaltung auch, auf zu kleinem Raum zusammengepfercht werden.
Und historisch betrachtet gehörte die Stadt schon immer den Menschen und nicht dem Auto.
"Weil derlei Vergehen keine bzw. nur kleine Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit haben. "
Das stimmt halt nachweislich gerade nicht, die Zahl der dadurch verursachten Unfälle mit erheblichen Auswirkungen auf Leib u. Leben sprechen eine andere Sprache.
Ich habe da eher die Vermutung, dass die Gesetzgebung weder das hohe Aufkommen an Radlern, geschweige denn dereb anarchisches Verhalten bisher berücksichtigt hat, was sich sicherlich noch ändern wird.
Aufgrund der Unfallzahlen werden die Auto-Lobby und natürlich besonders die Versicherer Interesse an einem toughen Vorgehen gegen radelnde Verkehrssünder haben.
Schade, dass es soweit kommen wird, Helme, Schilder an Fahrrädern, am End noch ein Führerschein-müsste alles nicht sein u. trifft jene, die sich friedlich und vernüftig auf ihrem Drahtesel fortbewegen. Aber so ist es immer, die Mehrheit zahlt die Zeche für die schwarzen Schafe-leider!
Es wird ein Antrag erwogen, das Taubenfütterungsverbot auch auf Radlfahrer auszudehnen.
Weil derlei Vergehen keine bzw. nur kleine Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit haben.
So wie aggressives Fußgehen, oder höhrbares Schnaufen. Zuweilen stören auch Kinderwägen, die nicht rechts in der Fahrtrichtung geschoben werden.
Für Sie wohl alles Punkte in Flensburg?
sollte die Polizeipräsenz auf Rädern um ein Vielfaches erhöht werden und Verstöße sollten mit erheblichen Strafen geahndet werden.
Radfahrer haben auf Gehwegen nichts verloren!!!
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