Ein halbes Jahr nach ihrer brutalen Attacke auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn stehen die Täter nun vor Gericht. Ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen.

Ein halbes Jahr nach dem brutalen Überfall auf einen Pensionär in der Münchner U-Bahn beginnt heute vor dem Landgericht München I der Prozess gegen die beiden Schläger.

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Durch Bilder einer Überwachungskamera kam die Polizei den Tätern auf die Spur. (© Foto: dpa)

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Die jungen Männer hatten den 76-Jährigen kurz vor Weihnachten mit Tritten und Schlägen lebensgefährlich verletzt, nachdem er sie auf das Rauchverbot in der U-Bahn hingewiesen hat. Der Fall sorgte bundesweit für Empörung und löste eine Debatte über ein schärferes Jugendstrafrecht aus.

Die Anklage wirft dem inzwischen 21 Jahre alten, in München geborenen Türken und dem 18-jährigen in München lebenden Griechen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Diebstahl vor. Die Angeklagten sind Serientäter. Vor dem Prozess entschuldigten sie sich bei ihrem Opfer.

Die Polizei hatte die beiden drei Tage nach der Tat gefasst. Neben den Bildern einer Überwachungskamera brachte ein schon früher gestohlenes Handy die Beamten auf ihre Spur.

Bisher sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Drei Sachverständige werden den Prozess begleiten. Mehr als 25 Zeugen sind geladen, unter ihnen das Opfer, ein pensionierter Realschulleiter. Weil der jüngere Angeklagte zur Tatzeit 17 Jahre alt war, wird vor der Jugendkammer verhandelt. Sein Anwalt Wolfgang Kreuzer will wegen des Alters seines Mandanten auch den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen

Die Tat hatte eine bundesweite Debatte über kriminelle ausländische Jugendliche und eine Verschärfung des Jugendstrafrechts ausgelöst. Das Thema dominierte den hessischen Landtagswahlkampf, in dem Ministerpräsident Roland Koch (CDU) mit Forderungen nach schärferen Gesetzen polarisierte. Die beiden Angeklagten hatten den Rentner bei der Attacke wegen seiner deutschen Nationalität beschimpft.

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(dpa/Reuters/bavo/gal)