169 Mal soll ein Familienvater aus Fürstenfeldbruck seine minderjährige Tochter brutal vergewaltigt haben. Vor Gericht streitet er die Tat ab.
Die Anklageschrift beschreibt nüchtern ein unvorstellbares Martyrium: 169 Mal soll ein Familienvater aus Fürstenfeldbruck seine minderjährige Tochter zwischen 1998 und 2005 brutal vergewaltigt haben. Dafür muss sich der 48-Jährige nun vor dem Landgericht München II verantworten. Er streitet die Taten ab.
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Der Anklage zufolge missbrauchte der Mann bereits 1996 die damals Fünfjährige beim gemeinsamen Duschen. Zwei Jahre später - nach einem Umzug der Familie innerhalb von Fürstenfeldbruck - begann er nach den Schilderungen des Staatsanwalts, seine kleine Tochter brutal zu vergewaltigen. Dabei ging er stets auf die gleiche Weise vor. Er brachte das Kind in den Keller des Wohnhauses und sperrte die Tür zu. Dann riss er dem Mädchen die Kleider vom Leib, setzte es auf einen Schreibtisch und verging sich an ihm.
Um die Tochter gefügig zu machen, habe er "eine permanent wirkende Bedrohungs- und Gewaltkulisse" geschaffen, sagte Staatsanwalt Tobias Miethaner. Einmal habe er die damals 14-Jährige in den Keller geschleppt, gewürgt und gegen ein Regal geschleudert. Nach der darauf folgenden Vergewaltigung, spuckte er ihr laut Anklage ins Gesicht und bezeichnete sie als "kleine Hure".
Ein anderes Mal soll er der Tochter, als sie ihn darauf hinwies, sie habe ihre Tage, mit der Faust in den Bauch geschlagen haben. Außerdem drohte er ihr immer wieder, der Mutter und dem jüngeren Bruder etwas anzutun. Der Staatsanwalt attestierte dem Familienvater eine "gefühllose Gesinnung".
Die Ehe des 48-Jährigen wurde 2005 geschieden. Am 3. Dezember 2008 verabredete er sich der Anklage zufolge gegen 18 Uhr mit seiner Tochter am Eingang einer Fürstenfeldbrucker Schule. Aus dem Auto heraus habe er gedroht, sie umzubringen, und ihr eine Pistole gezeigt, so der Staatsanwalt. Daraufhin ging die nun schon 17-Jährige zur Polizei.
Der Angeklagte stritt all dies vor Gericht entschieden ab. Nur einmal sei er beim Herumalbern mit seinen Kindern auf dem Sofa versehentlich mit dem Finger an den Schlafanzugbund des Mädchens geraten. Er beteuerte, seine Tochter "nie sexuell berührt" zu haben. Sie gebe ihm die Schuld an der Trennung der Eltern und werfe ihm vor, er habe "ihre kleine heile Kinderwelt kaputtgemacht".
Am Abend des 3. Dezember habe er sich mit seiner neuen Freundin in seiner Wohnung aufgehalten - und nicht vor der Schule. Die Tochter sagte per Video-Übertragung in den Gerichtssaal und unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Wie Staatsanwalt Tobias Miethaner in einer Sitzungspause mitteilte, bestätigte sie die Vorwürfe "im Grundsatz". Der Prozess wird fortgesetzt.
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(SZ vom 24.09.2009/sonn)
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