Urteil im Prozess gegen Tierquäler "Hier wurde eine Hetzkampagne betrieben"

Die Staatsanwältin sagt in ihrem abschließenden Plädoyer: "Der Angeklagte hat aus blanker Wut und Hass ein Tier getötet, nur um seinem Katzenhass nachzugeben." Die Tat hebe sich deutlich von durchschnittlichen Tierquälereien und Tiertötungen ab. Sie fordert dennoch nur eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die aufgrund seiner schlechten Gesundheit und fehlender Vorstrafen zur Bewährung ausgesetzt werden solle.

Zu Gunsten des Angeklagten bewertete sie auch: "Hier wurde eine Hetzkampagne betrieben." Der Verteidiger spricht von einem "Verlust an Lebensqualität, die sich dieser Tat angeschlossen hat." Sein Mandat habe Drohbriefe erhalten und sei beim ersten Gerichtstermin geschlagen worden. Er hält deswegen eine Geldstrafe für angemessen. Auch der Richter kritisiert das Verhalten einiger Tierschützer und wertet es als strafmildernd - das habe das Leben des Angeklagten beeinträchtigt.

Der Katzenbesitzer hatte vor dem Strafprozess bereits gegen den Rentner Zivilklage gestellt. Mitte Juli wurde er das erste Mal verurteilt. 500 Euro musste der Angeklagte zahlen, im Wiederholungsfall droht ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro.

Der Katzenquäler aus Moosach selbst hatte auch Anzeige gestellt - gegen unbekannt. Nach der Tat war er am Telefon bedroht worden, angeblich mit dem Tod. Am Ende der Verhandlung wird ein Drohbrief vorgelesen, den der Rentner nach dem ersten Verhandlungstag erhalten hat. Es ist nur einer von zahlreichen, die eingetroffen sind. Darin heißt es: "Dreh dich immer um, wenn du unterwegs bist. Ich kriege dich."