Dunkles Ebenholz, Bastvorhänge und Palmfächer - das Fouquets bietet das perfektes Ambiente, um kreolische Köstlichkeiten zu genießen. Aber Vorsicht: die Speisen haben es in sich!
Von außen sieht das Fouquets in der Nordendstraße ziemlich unscheinbar aus. Nur paar kleine Tische und Stühle stehen vor dem Eingang - die den Rauchern unter den Gästen dienen, nicht für ein gepflegten Abendessen. Das spielt sich drinnen ab, hinter einem roten Samtvorhang.
Auch die reich bestückte Bar hält so manchen karibischen Traum bereit. (© Foto: Carolin Gasteiger)
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Bastvorhänge, dunkles Holz, Palmen und die violett und grün gestrichenen Wände mit farbenfrohen Bildern geben dem Lokal den exotischen Touch der Karibik. Der Name Fouquets bezeichnet eine Rose, die nur auf Martinique blüht.
Aber kommen wir zur Hauptsache: der kreolischen Küche. Von afrikanischen, französischen und indischen Elementen beeinflusst, steht die kreolische Küche für Rumkreationen, verschiedene exotische Fisch-Varianten und vor allem scharfe Gewürze.
Seit neun Jahren führt der Senegalese François Diop das Restaurant zusammen mit seiner Frau Beate. Die ehemalige Redakteurin bei einer Frauenzeitschrift steht selbst am Herd, um die kreolischen Spezialitäten zuzubereiten. Da verwundert es kaum, dass die zweimal wöchentlich wechselnde Tageskarte lediglich drei Hauptgerichte bereithält, darunter ein Fisch-, ein Fleisch- und ein vegetarisches Gericht.
Keine Scheu vor fettigen Fingern
Als Amuse-Gueule wird im handgeschnitzten Holzschiffchen Papadamus gereicht, ein Linsenfladenbrot mit einer Art Guacamole-Dip. Ähnlich dem indischen Papad, ist es hauchdünn gebacken, aber stärker gewürzt. Diese pikante Note lässt bereits den würzigen Geschmack der Hauptspeisen erahnen.
Wir lassen es mild angehen und ordern als Vorspeise eine hervorragende Kokos-Shrimps-Suppe (5,20 Euro), die zwar kräftig gewürzt, jedoch nicht zu scharf ist. Ein Hauch Ingwer sorgt für die besondere Note. Auch die gebratenen Scampi in Rumsauce (7,50 Euro) sind sehr zu empfehlen. Man sollte nur nicht zu gierig zulangen, sonst verbrennt man sich beim Scampi-Schälen die Finger! Alle Gerichte kommen direkt vom Herd an den Tisch.
Nur keine Scheu vor Schweinereien, die Tischnachbarn teilen sich ungezwungen mit fettigen und vor Sauce tropfenden Fingern einen gemischten Fingerfood-Teller - auch das typisch kreolisch - mit karibischen Köstlichkeiten wie frittierten hauchdünnen Kartoffelchips, Gemüsenocken, Fischspießen, gegrilltem Hühnchen und Scampi. Dazu wird eine Schale mit warmen Wasser und Zitrone gereicht, damit man zwischendurch zum Wein- oder Cocktailglas greifen kann.
Denn das Fouquets ist nicht nur als Restaurant, sondern auch als Cocktailbar bekannt. Besonders legt uns François Diop den Hauscocktail mit frischem Ingwer, Ananas, Zitrone und Rum ans Herz (7,50 Euro).
Um zu essen, empfiehlt es sich, rechtzeitig zu reservieren. Das Lokal ist sehr klein und die Tische sind allesamt reserviert - mit extravaganten karibischen Muschel-"Schildern". Sogar die Bartheke ist eingedeckt. Die Diops setzen auf Stammkunden. Als einer von ihnen mit Hut das Lokal betritt, kommt der Charme der Schwabinger Bohème in die kreolische Welt des Fouquets.
Am Hauptgang merkt man, dass die Stärke des Fouquets in den kleinen Speisen liegt. Der Red Snapper (18,50 Euro) ist schlaff im Fleisch, zu schwer wiegt die Pfefferkruste. Der Basmati-Reis mit Linsen ist ein wenig fad. Aufgepeppt wird das Ganze durch die fruchtige Sauce mit Tamarinde und einer Vielzahl knackiger Gemüse, als nette Abwechslung grüner Spargel. Auch beim Cajun-Chicken (17,50 Euro) ist die Sauce das Highlight, dieses Mal scharf. Das Hühnchen an sich schmeckt eher langweilig, die verschiedenen Sorten knackigen Gemüses gehen in der Chili-Sauce unter.
Was für Liebhaber scharfer Gewürze ein Gaumenschmaus wäre, ist für uns leider nur schwer (auf-)essbar. Zumindest wird klar, warum an jedem Tisch ein Palmfächer liegt - es wird ganz schön heiß.
Köstliches Parfait-Dessert
Man hätte es anscheinend wissen müssen. "Die Leute, die hierher kommen, wissen, dass das Essen scharf ist", sagt François Diop. Wir nicht - erst hinterher erfahren wir, dass die Küche das Essen auf besonderen Wunsch hin auch milder würzt. Eine nicht unwichtige Information, die uns die Bedienung bereits bei der Vorstellung der Tageskarte hätte geben können.
Nach soviel Schärfe freut sich unser "verbrannter" Gaumen auf das Dessert. Das Sweetie Spezial ist eine nette Überraschung, die der Fantasie des Kochs entspringt: Rhabarber-Parfait mit Karamell-Chili-Sauce (7,20 Euro). Hier überwiegt eindeutig der Karamellgeschmack. Der kreolische Einfluss von Rum und Zuckersirup und das herrlich leichte Parfait schmecken ausgezeichnet. Dazu werden frische Mango- und Melonen-Spalten serviert.
Die Gerichte sind zwar toll dekoriert, aber besonders die Hauptgerichte sind im Preis-Leistungs-Verhältnis zu teuer. Auch die karibische Atmosphäre, die auf liebevolle Details wie Muscheln und Holzfiguren setzt, rechtfertigt die hohen Preise nur zum Teil. Die Bedienung wirkt ein wenig abwesend, doch der junge Chef ist sehr aufmerksam und sieht sofort persönlich nach dem Rechten.
Alles in allem ist das Fouquets wegen seiner karibischen Atmosphäre und der zwar scharfen, aber dennoch herrlich exotischen Variationen zu empfehlen. Zumal die kreolische Küche hier, wie uns François Diop verrät, noch traditioneller ist als in anderen Münchner Restaurants, die solche Speisen anbieten.
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(sueddeutsche.de/sonn)
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in der Tat kann man im Fouquets außergewöhnlich gut essen. Ich war dort noch nie nicht zufrieden. Das will was heißen.