Alfons Schuhbeck hat mit seiner Dinnershow Teatro Premiere gefeiert. Stoiber genoss den Medienrummel, Fuchsberger kokettierte mit seinem Hörgerät.
Mag sein, dass Edmund Stoiber in der CSU nicht mehr die erste Geige spielt, doch an diesem Abend steht er wieder einmal im Mittelpunkt. Schon am Eingang wird er von einer Horde Fotografen belagert, und zwar so lange, bis die Show losgeht. Selbst bis zu seinem Tisch verfolgt ihn die Meute. Von Mario Adorf, der neben ihm sitzt, scheint zunächst keiner Notiz zu nehmen.
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Sternekoch Alfons Schuhbeck in der Mitte treuer Fans: Karin und Edmund Stoiber. (© Foto: dpa)
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Den Journalisten diktiert Stoiber in die Blöcke, was für ein großartiger Koch Alfons Schuhbeck doch sei. Und was für eine Energie er immer in alle Sache stecke, da könne man direkt neidisch werden.
Zum fünften Mal feiert Schuhbeck am Donnerstagabend die Premiere seiner Dinnershow an der Messe in Riem. Dieses Mal allerdings unter einem neuen Namen: Bisher hieß das Spektakel Palazzo, jetzt Teatro. Das ist etwas verwirrend, zumal schräg gegenüber von Schuhbecks Teatro die Konkurrenz unter seinem alten Namen Palazzo die Zelte aufgeschlagen hat.
Wie immer sind viele Promis gekommen, um die Kochkünste des Meisters zu testen. Schuhbeck findet das "saustark" und seine Gäste "hochkarätig". Geschäftig wuselt er durch das Zelt und begrüßt alle mit Handschlag.
Während Schönheitschirurg Werner Mang etwas gelangweilt herumsteht, werden die Volksmusikanten Marianne und Michael von den Fotografen bedrängt. Die zugerufene Aufforderung "Noch ein Bussi" nehmen die beiden wörtlich und schmusen ungeniert vor den Kameras. Da hat Schuhbeck plötzlich Ralf Schumacher entdeckt. Überschwänglich begrüßt er den Ex-Rennfahrer, der im Glitzeranzug erschienen ist.
Als einer der letzten huscht noch Oberbürgermeister Christian Ude mit seiner Frau herein, gut gelaunt wie immer. Dann geht es auch schon los. Die Artisten wirbeln unter der Zirkuskuppel, das Publikum widmet sich dem Vier-Gänge-Menü mit mariniertem Thunfisch, Kalbsfilet an Trüffelschaum und geeisten Kaiserschmarrn. Die Show ist eine Mischung aus Varieté, Akrobatik, Comedy und Zauberei. Bei der Musik geht es sehr modern zu. Sogar vor einer Coverversion von Rammsteins "Engel" wird nicht zurückgeschreckt.
Als eine Hellseherin mit verbundenen Augen Gegenstände aus dem Publikum erraten soll, beweist Schauspieler Joachim Fuchsberger Humor und reicht dem verblüfften Assistenten sein Hörgerät. Das scheint auch Mario Adorf zu beeindrucken, der sich nach der Show ausgiebig für das kleine Gerät interessiert.
Kaum ist der offizielle Teil des Abends zu Ende, scharen sich auch schon wieder die Fotografen um den Tisch, an dem Stoiber mit seiner Familie sitzt. Und natürlich taucht an diesem Abend häufig die Frage auf, ob er denn einen Ratschlag für seinen Amtsnachfolger Horst Seehofer, der just an diesem Tag sein Kabinett vorstellte, habe. Nein, schmunzelt Stoiber, habe er nicht. "Der weiß, was zu tun ist."
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(sueddeutsche.de/af)
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So eine provinzielle Veranstaltung habe ich schon lang nicht mehr erlebt:
Die Artisten sind sehr gut, der Zauberer sogar Spitzenklasse, aber es gibt kein Motto, das als roter Faden durch den Abend leitet.
Ein bisschen "Neue Deutsche Welle", eine Prise "Hair", das ganze abgeschmeckt mit "Queen" und obendrauf als Sahnehaube "Engel" von Rammstein. Das ist schon eine gewagte Mischung.
Naja, zumindest beim Menü gab´s mal ein bisschen was neues, kein kross gebratenes Zanderfilet wie sonst bei Schuhbeck üblich. Aber zumindest der gute geeiste Kaiserschmarrn kam in der Schokoladen-Tasse zu neuen Ehren.
Mein Tipp: Wer gut essen möchte geht in Schuhbecks Südtiroler Stuben am Platzl, wer unterhalten werden möchte kann auch ins Kasperltheater gehen.
Das ist rührend: ein Abfütterkonzern eine Fleisch gewordene Modeerscheinung, die Regenbogenmedien und abgetakelte Politiker schwelgen inSymbiose. Klatschkolumnisten werden zu Feinschmeckern und die ersten prämortalen Ehrenbüsten des heiligen Fonsi stehen in Münchner Strassencafes. Ohne Zweifel:: 5 Michelin-Heiligenscheine für den Meister!
Offensichtlich gab es Freikarten für die Redaktion. Die sind billiger als eine Anzeige und bescheren mehr Aufmerksamkeit.
Im Übrigen ist es unverständlich, wieso Hochküche mit Artistik verbunden werden muss. Bei guten Köchen ist bereits auf dem Teller genug los, als dass es noch der Ablenkung bedarf. Allerdings besteht ja auch der Verdacht, dass die Hochküche bei derartigen Veranstaltungen gar nicht so hoch ist. Hauptsache, man kann im Büro erzählen, dass man "beim Schubeck" gewesen ist.
Der Artikel gehört in "Boulevard" - wenn überhaupt.