Preisanstieg Pünktlich zur WM steigen die Taxi-Preise

Taxifahren in München wird von Juni an teurer. Die Tarife sollen um bis zu zehn Prozent angehoben werden - gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft.

Von Bernd Kastner

Taxifahren in München wird von Juni an teurer. Die Taxikommission der Stadt hat beschlossen, die Tarife um etwa fünf bis zehn Prozent anzuheben. Damit kommt die Erhöhung für die Taxler gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft. Die Zustimmung des Stadtrats gilt als sicher.

Hinter den Kulissen hatte es im notorisch zerstrittenen Taxigewerbe seit langem Zwist um die Erhöhung gegeben. Während die Taxivereinigung ein Plus von sieben bis 17 Prozent bereits zum Jahreswechsel gefordert hatte, wollte die wesentlich einflussreichere Taxi-Genossenschaft eine moderatere Erhöhung. Die Kommission folgte nun weit gehend den Vorschlägen von Genossenschafts-Boss Hans Meißner.

Der Taxi-Preis setzt sich aus einer komplizierten Staffelung zusammen. Der Mindestfahrpreis erhöht sich um 20 Cent auf 2,90 Euro. Die ersten fünf Kilometer kosten künftig 1,60 Euro (bisher 1,45), vom sechsten bis zehnten Kilometer sind 1,40 Euro (bisher 1,30) fällig, ab dem zehnten kostet ein Kilometer 1,25 Euro (bisher 1,20). Der Festpreis für die Strecke von der Messe zum Flughafen erhöht sich von 48 auf 51 Euro.

Anders als von der Taxivereinigung gefordert, wird für Kreditkartenzahlung sowie für Sonn- und Feiertagsfahrten kein Aufschlag fällig. Der so genannte Bus-Zuschlag von fünf Euro wird künftig erst ab dem sechsten Fahrgast verlangt. Damit will man vermeiden, dass ein Taxler in einen kleinen Wagen fünf Gäste pfercht, um den Aufschlag zu kassieren. Sechs Gäste dagegen passen nur in wirklich geräumige Fahrzeuge. Der Preis für eine Fünf-Kilometer-Strecke kostet fortan knapp 13 Euro und damit gut neun Prozent mehr als bisher.

Für zehn Kilometer muss der Fahrgast gut 21 Euro berappen (plus 8,5 Prozent), 35 Droschkenkilometer kosten von Juni an knapp 53 Euro (plus 5,9 Prozent, berechnet jeweils mit einer Wartezeit von zehn Minuten).

Die Taxipreise wurden zuletzt 2003 erhöht. Das Gewerbe leidet seit Jahren unter einer Flaute, die schlechte wirtschaftliche Lage macht sich bei den Droschken besonders bemerkbar. Gerade Firmen sparen Reisespesen. An der Isar ist der Konkurrenzkampf besonders hart: München ist die Stadt mit der höchsten Taxi-Dichte in Deutschland.